So wurde die RTL-Soap "GZSZ" zum "Türöffner" für ein ganzes Genre

20 Jahre und 5000 Folgen alt ist der RTL-Dauerbrenner "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". In der Jubiläumswoche hat W&V Online mit dem Produzenten der Erfolgsdaily gesprochen, mit Rainer Wemcken von GrundyUFA.

Text: Petra Schwegler

22. May. 2012

Am Mittwoch, 23. Mai, nimmt die RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ um 19.40 Uhr eine magische Grenze: Dann flimmert die 5000. Folge über den Bildschirm. "GZSZ“ – wie die erste deutsche tägliche Serie allgemein betitelt wird – hat allen Kritikern zum Trotz nach und nach eine große Zahl an Fans erobert. Sie ist bis heute die erfolgreichste Daily.
Passend dazu wird "GZSZ“ auch noch 20 Jahre alt in diesem Monat: Die Serie aus der Schmiede von GrundyUFA hat am 11. Mai 1992 als erste eigenproduzierte Reihe das damalige Fernsehen revolutioniert (und fand in der Folge viele mehr oder weniger erfolgreiche Nachahmer...). RTL würdigt diese Ereignisse mit einer ganzen Jubiläumswoche.
W&V Online hat mit dem Macher hinter den bunten TV-Geschichten aus der Hauptstadt gesprochen, mit Rainer Wemcken, dem Geschäftsführer von GrundyUFA. Hier das Interview mit dem Produzenten von "GZSZ“.

Herr Wemcken, "GZSZ" wird 20, prägt RTL mehr denn je und pusht dort nach wie vor den Vorabend. Welchen Stellenwert hat die Daily beim Produzenten GrundyUFA?

Mit "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hat 1992 alles angefangen, es ist die erste und wertvollste tägliche Serie im deutschen Fernsehen mit dem stärksten Markenkern. Ganz klar hat sie bei GrundyUFA einen sehr hohen Stellenwert. Sie ist Zugpferd und Aushängeschuld zugleich. Aber unsere Kraft und unsere Marktstellung schöpfen wir auch aus der Arbeit unserer anderen fünf täglichen Serien, die wir produzieren.

Der Erfolg als Türöffner - wie würde GrundyUFA heute ohne die Erfahrung mit der RTL-Daily dastehen?

Wir haben in Deutschland die meiste Erfahrung in der Produktion von täglichen Serien, das sieht man immer besonders schön am Erfolg von "GZSZ". Ohne "GZSZ" gäbe es GrundyUFA heute vielleicht in dieser Form gar nicht, immerhin war es diese Serie, die vor 20 Jahren ein Joint Venture hervorbrachte, aus dem das heutige Unternehmen GrundyUFA hervorging. Insofern kann man wohl von einem Türöffner für ein ganzes Genre sprechen, das wir nach Deutschland gebracht haben.

Hat "GZSZ" Standards für das Genre gesetzt?

"Gute Zeiten, schlechte Zeiten" setzt täglich neue Standards. Keine tägliche Serie im deutschen TV-Markt kommt an diese Königsklasse heran. Um seit 5000 Folgen Marktführer zu sein, muss die Serie durch die programmliche Positionierung als Lead In zur Primetime einem ständigen Innovationsprozeß unterzogen werden. 

Worin unterscheidet sich ein "GZSZ" von heute von jenem aus dem Jahr 1992?

In fast allem! Ich habe anlässlich unserer 20jährigen Firmenfeier vergangenes Jahr mal wieder die erste Folge "GZSZ" gesehen und mich sehr gefreut, dass wir uns so hervorragend entwickelt haben. Wie gesagt: Inhaltlich und technisch hat GrundyUFA "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" permanent weiterentwickelt. Es ist das Programm am deutschen Fernsehmarkt, das am innovativsten produziert wird. Wir hören niemals auf, die Serie voranzubringen, den Markenkern zu hinterfragen und sind ständig einen Wimpernschlag weiter und besser als alle anderen Programme.

Hat sich das Sehverhalten der Deutschen in den letzten 20 Jahren verändert?

Die Fersehnutzung hat zugenommen. Das allein reicht den Zuschauern von heute aber nicht. Sie wollen mehr, sie wollen interaktiv auch andere Entertainmentangebote auf zusätzlichen Plattformen parallel nutzen. Dies ist ein spannendes Feld, welches wir mit unserer Abteilung digitalDrama bearbeiten. Eine Abteilung, die immer wichtiger für uns, die Sender und die Zuschauer wird. Es ist spannend, ein maßgeblicher Teil dieser Entwicklung zu sein.

Auch Springers "Bild"-Zeitung begleitet die RTL-Daily in ihrer Jubiläumswoche - und zeigt unter anderem die besten Geschichten hinter den Kulissen der GrundyUFA-Produktion.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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