Springer arbeitet am kanalübergreifenden Marken-Abo für "Bild"

Springer glaubt nach wie vor an kostenpflichtige Angebote als weitere Erlösquelle. Für "Bild" will der Verlag den Nutzern über die verschiedenen Plattformen hinweg ein übergreifendes Bild-Marken-Abo bieten.

Text: Leif Pellikan

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Springer glaubt nach wie vor an kostenpflichtige Angebote als weitere Erlösquelle. „Wir haben bereits heute täglich mehr als 100 000 zahlende Nutzer unserer digitalen Ausgaben von "Bild“, erklärt Donata Hopfen, Geschäftsführerin von Bild Digital. Der Kanal ist jedoch nachrangig: „Perspektivisch – und das ist fundamental für unsere strategische Planung – wollen wir unseren Nutzern über die verschiedenen Plattformen hinweg ein übergreifendes Bild-Marken-Abo bieten.“ Ob die Leser Bild-Inhalte per Smartphone, Tablet, über den TV, am Computer oder in Print nutzen, spiele letztlich keine Rolle. „Hauptsache ist, dass Bild genutzt wird.“

Zug um Zug will Springer mehr Kunden zur Kasse bitten. Derzeit zahlen nur die Käufer der gedruckten Bild (täglich rund 2,7 Millionen verkaufte Exemplare bundesweit, IVW 12/1) und die User von Apps. Diese setzt sich allerdings zu rund 90 Prozent aus iPad- und iPhone-Besitzern zusammen. Nahezu alle Android-User nutzen dagegen nur das kostenlose Angebot auf Bild.de. Inhaltlich macht Bild als eine der wenigen deutschen Medienmarken schon heute keinen Unterschied zwischen den Kanälen.

Deutlich mehr zahlendes Klientel will Bild über die Highlights der Fußball-Bundesliga gewinnen. Für Springer sind die Online- und Mobil-Rechte, für die ab der Spielzeit 2013/2014 ein mittlerer Millionenbetrag pro Saison gezahlt wird, ein zentraler Wachstumsbereich. „Wir sind überzeugt, dass es ein Fehler wäre, hochwertige und exklusive Inhalte kostenlos anzubieten.“ Am gleichen Tag der Spiele muss Bild die Highlights kostenpflichtig zeigen. Ob sie an den Folgetagen dann werbefinanziert gestaltet werden, sei aber noch völlig offen. Nur soviel: Bild will ein attraktives und ganzheitliches Angebot auf vielen Kanälen bieten, auf kleinen und großen Bildschirmen, für zu Hause und unterwegs.

 Mehr zur Digitalstrategie der Bild lesen Sie im Interview mit Donata Hopfen in der aktuellen Ausgabe der W&V (EVT: wegen des Feiertages Freitag 18.5.).


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach. 



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