Axel Springer Mediahouse :
Springer schließt "Allegra"

Ab 2017 wird das Frauenmagazin nicht mehr erscheinen - endgültig, teilt Springer mit. Der neu gestartete Versuch habe keine wirtschaftliche Perspektive.

Text: Susanne Herrmann

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"Allegra" rentiert sich nicht für Axel Springer und wird 2017 wieder eingestellt.
"Allegra" rentiert sich nicht für Axel Springer und wird 2017 wieder eingestellt.

Ab 2017 wird das Frauenmagazin "Allegra" nicht mehr erscheinen - endgültig, teilt der Verlag Axel Springer mit. Die Dezember-Ausgabe war die letzte Ausgabe der Zeitschrift von Axel Springer Mediahouse Berlin. Zuletzt lag die Auflage nach Springer-Angaben zwischen 70.000 und 80.000 Heften.

Die Frauenzeitschrift erschien zunächst zwischen 1995 und 2004 unter der Herausgeberschaft von Axel Springer. Ziel war es, als Autoren- und Lifestyle-Magazin "mit einem breiten Themen- und Formatspektrum, einer lässig-intelligenten Haltung und journalistischem Tiefgang selbstbewusste Frauen im Alter zwischen 25 und 39 Jahren" zu erreichen. 2004 wurde der Titel eingestellt, weil er keine wirtschaftliche Perspektive mehr biete - mit 164.653 verkauften Exemplaren Ende 2003. Von 2005 bis 2007 legte Ex-"Bild"-Journalist Jens Eichler  den Titel auf, gründete dafür eigens einen Verlag und musste das Projekt wieder einstellen.

Axel Springer kaufte sich für Axel Springer Mediahouse die Titelrechte zurück, 2014 kam "Allegra" mit einer einmaligen Ausgabe. 2016 lag "Allegra" mit sechs Ausgaben am Kiosk. Mit Ehrgeiz und einem wertigen, dicken Heft. Ein Magazin für "Frauen, die eigentlich keine Frauenzeitschriften lesen", wollte Verlagsgeschäftsführerin Petra Kalb bieten. Nun, offenbar tun diese Frauen das auch mit "Allegra" nicht. Die vorgesehene Druckauflage lag bei 100.000 bis 120.000 Exemplaren. Deutlich unter dem einst als unwirtschaftlich betrachteten Tiefstand von 2003. Allerdings bei einem Copypreis von 5 Euro - die alte "Allegra" hatte 1,30 Euro gekostet.

Und so ist "Allegra" erneut als nicht rentabel eingestuft worden, wird von Axel Springer - engültig, heißt es - dichtgemacht.

Kalb: "Nach einem Jahr müssen wir allerdings das Fazit ziehen, dass es trotz vieler begeisterter Rückmeldungen keine stabile wirtschaftliche Perspektive gibt." Nun arbeite das Team des Axel Springer Mediahouse an neuen Konzepten, die 2017 umgesetzt werden sollen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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Anonymous User 22. Dezember 2016

Eine Entscheidung, die ich als "Ur"-Allegra-Leserin nicht sonderlich bedauere - das ganze Konzept der Neuauflage wirkte von vorne bis hinten unausgegoren und bemüht.

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