G+J-Seite setzt Zeichen :
Stern.de schweigt und zeigt Solidarität mit Aleppo

Sprachlos bleibt Stern.de am Freitag und solidarisiert sich mit Kriegsopfern in Syrien durch Verzicht auf "Reichweite, Klicks und effiziente Vermarktung".

Text: Petra Schwegler

Sprachlos bleibt Stern.de am Freitag.
Sprachlos bleibt Stern.de am Freitag.

Bei Stern.de steht dieser Freitag im Zeichen der Solidarität: Die Websites des Gruner+Jahr-Nachrichtenmagazin verzichtet einen ganzen Tag lang auf Nachrichten. Auf schwarzem Grund verkündet das Team, dass man so auf das Leid hinweisen will, das täglich in Syrien und derzeit vor allem in der umkämpften Stadt Aleppo passiert. Bei Stern.de sei man sprachlos angesichts der Not und des Elends der Menschen im syrischen Bürgerkrieg. 

Wörtlich heißt es unter anderem: 

"Wir scheitern täglich daran, das Leid zu fassen, das in Syrien jeden Tag passiert. Weil es buchstäblich unfassbar ist. Dennoch versuchen wir es. Jeden Tag wieder. Das ist unser Job. Doch heute wollen wir das einmal ganz anders machen. Uns von den normalen journalistischen Reflexen lossagen. Nicht lauter, schneller und mehr berichten. Sondern schweigen.

Stern.de wird heute den ganzen Tag still sein. Keine Nachrichten, keine Werbung, keine Breaking News. Nur Bilder. Aus Aleppo und Syrien. Keine Schockfotos. Keine blutverschmierten Kinder. Sondern der traurige Alltag."

Auch wenn es heute bei Stern.de mal nicht um "Reichweite, Klicks und effiziente Vermarktung" geht: Die Aktion findet bei Lesern Zuspruch.