Digitalmarketing :
Studie: Wird Native Advertising zum Totengräber der Display-Ad?

Verdrängt Native Advertising klassische Display-Werbung? Laut einer Umfrage des Vermarkters Seeding Alliance ist es bald so weit. Redaktionell aufbereiteter Werbung gehört die Zukunft - so die befragten Verleger, Vermarkter, Agenturvertreter und Werbekunden.   

Text: Sebastian Blum

Die klassische Display-Werbung gleicht einem Langzeit-Patienten, der regelmäßige Arzt-Visiten über sich ergehen lassen muss. An sein Bett treten viele Experten, um an sein Handgelenk zu greifen und den Puls zu messen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen fällt mitunter recht unterschiedlich aus. Die einen prophezeien das baldige Ende des Patienten - nervige Bannerwerbung, Popup-Fenster und Adblocker sorgen ihrer Meinung nach für das baldige Ende der Werbeform. Die anderen fühlen den schwachen Herzschlag und verschreiben Medizin: Animationen und rote Hintergründe für die Conversion-Rate sollen die Heilung bringen, dazu eine Prise Email-Marketing. Der Totgesagte liegt unterdessen in seinem Bett und ist immer noch erstaunlich lebendig.

Laut einer Umfrage von Seeding Alliance ist der allmähliche Niedergang der Display Ad jedoch nicht mehr allzu weit entfernt. Der Vermarkter für Native Advertising hat rund 300 Teilnehmer des Native Ads Camps befragt - unter ihnen Verleger, Vermarkter, Agenturleute und Werbungtreibende. Das Ergebnis: Native Advertising wird Bildschirmwerbung mehr und mehr verdrängen und künftig den größten Anteil im Online-Marketing ausmachen.

Hier die einzelnen Ergebnisse der Umfrage:

  • Der Anteil von Native Advertising am digitalen Werbemarkt in Deutschland wird sich bis 2020 mehr als verdoppeln - dieser Meinung sind 93 Prozent der Befragten.
  • Mehr als 80 Prozent erwarten, dass klassische Display-Kampagnen als Einnahmequelle für Verleger deutlich an Wert verlieren werden.
  • 95 Prozent stimmen zu, dass der Werbeeffekt von Native Advertising vor allem von hochwertigen Inhalten abhängt. Besonders Publisher würden deutlich von Native Advertising profitieren. Werbliche Inhalte seien im redaktionellen Kontext lange keine Fremdkörper mehr, so 83 Prozent der Befragten.
  • Als Abgrenzung zum journalistischen Text reicht die Kennzeichnung als "Anzeige" (74 Prozent). Authentizität und Glaubwürdigkeit lassen sich beim Leser nur durch branchenweite Marktstandards und Werbekennzeichnung erzeugen (61 Prozent).