Leading European Newspaper Alliance (Lena) :
Von "El País” bis "Welt": Sieben Zeitungen gründen Euro-Pool für Qualitätsinhalte

Im neuen Verbund Lena von sieben europäischen Zeitungen sollen gute Inhalte ausgetauscht, initiiert oder weiterentwickelt werden mit dem Ziel, die öffentliche Meinungsbildung zu stärken.

Text: Petra Schwegler

Gute Zeitungsinhalte sollen europaweit stärker ausgetauscht, initiiert oder weitergereicht werden mit dem Ziel, die öffentliche Meinungsbildung zu stärken. Sieben führende Zeitungstitel aus sechs europäischen Ländern haben sich dazu im Verbund Leading European Newspaper Alliance (Lena) zusammengeschlossen. Mit im Boot sind Springers "Welt", "El País” aus Spanien, "La Repubblica” aus Italien, "Le Figaro" aus Frankreich, "Le Soir” aus Belgien sowie "Tages-Anzeiger” und "Tribune de Genève” aus der Schweiz.

 Javier Moreno, früherer Chefredakteur von "El País", wird erster Direktor des Verbundes, der noch den Segen der Kartellbehörden braucht. Moreno erhofft sich viel vom Austausch auf vielen Ebenen: "Diese Allianz wird zu einer wirklich tiefgreifenden Transformation unserer Zeitungen durch die Erstellung von Inhalten sowie digitale wie wirtschaftliche Entwicklungen beitragen, die sonst nicht möglich gewesen wären – zum Nutzen unserer Leser auf dem gesamten Kontinent."

In der Ankündigung der Printhäuser vom Dienstag (und in einem Artikel in eigener Sache unter welt.de) heißt es, Lena setze sich unter anderem für die Stärkung einer europaweiten öffentlichen Meinungsbildung ein. "Denn die Mitglieder teilen etliche gemeinsame Werte in Bezug auf die Bedeutung von Qualitätsjournalismus für die Struktur offener und demokratischer Gesellschaften als Grundlage für wirtschaftlichen Fortschritt und soziale Gerechtigkeit", so der Verbund. Das Konzept hinter Lena: "Die Allianz soll für ihre Mitglieder einen redaktionellen, technologischen und wirtschaftlichen Vorsprung sicherstellen und wird daher dafür passende Kooperationspartner wählen."

Als "Schwerpunkt" der Arbeit im Verbund wird "die Entwicklung und der Austausch redaktioneller Inhalte" dargestellt. So solle jedes Mitglied ausgewählte Artikel auf einer gemeinsamen Plattform zur Verfügung stellen, welche die anderen Mitglieder je nach Bedarf nutzen könnten. Zusätzlich sollen dem Verbund zufolge Interviews, Features und Kommentare speziell für die zeitgleiche Veröffentlichung in allen Lena-Publikationen erstellt werden. Hinzu kommen gemeinsame digitale Entwicklungsmaßnahmen und ein Personal-Austauschprogramm aufbauen. "Dieses Programm soll Journalisten wie auch anderen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, die Arbeit bei anderen Zeitungen kennenzulernen und dadurch ihre Kompetenzen zu erweitern" hießt es.

Alles in allem soll Lena auch zum europaweiten Ideenaustausch beitragen. Geplant sei, Experten und Entscheider aus Politik und Wirtschaft bei Events zusammenbringen, die sich mit zentralen Themen der Entwicklung Europas befassen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.