Discovery nennt Details :
Was Olympia-Sender Eurosport für die Bundesliga plant

Die Zukunft der Bundesliga-Übertragung im TV bleibt ungewiss. Eurosport verhandelt weiter mit 18 Vertriebspartnern, darunter auch Amazon. Wunschpartner Sky schweigt zum Angebot. Dafür soll Olympia breit über alle Kanäle gefahren werden.

Text: Katrin Otto

Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin Discovery Networks mit Eurosport-CEO Peter Hutton und Ralph Rivera, Managing Director Eurosport Digital
Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin Discovery Networks mit Eurosport-CEO Peter Hutton und Ralph Rivera, Managing Director Eurosport Digital

Füllt Eurosport im Pay-TV die zukünftige Bundesliga-Lücke bei Sky? "Wir wünschen uns einen Dialog mit Sky. Der findet aber nicht statt. Wir warten seit Wochen auf eine Reaktion auf unser Angebot", sagt für Eurosport-Mutter Discovery Networks Deutschland Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews.

Hintergrund: Im Juni 2016 hatten Discovery und Tochter Eurosport die Rechte an 45 Bundesligaspielen erworben. Erstmals habe damit ein Inhalte- und nicht ein Infrastruktur-Anbieter die Rechte bekommen, so Aigner-Drews. Und genau das ist jetzt das Problem. Die Verhandlungen mit dem Pay-TV-Sender Sky über die Übertragung der Bundesliga-Spiele auf Sky gestalten sich schwierig.

Beim Rechtepoker im Juni verlor Sky die exklusiven Rechte. Eurosport sicherte sich alle Freitagabendspiele, fünf Spiele am Sonntagmittag zur neuen Spielzeit 13.30 Uhr und die fünf Montagsabendspiele. Dazu kommen die Relegationsspiele der 1. und 2. Liga. Die verbleibenden Live-Spiele kann Sky weiter zeigen.

Falls die Verhandlungen scheitern, wie zuletzt zur Olympia-Übertragung mit den öffentlich-rechtlichen Sendern, gibt es dennoch keinen Worst-Case für die Zuschauer, sagt Aigner-Drews. "Unsere Alternative ist der Eurosport-Player"." Den digitalen Stream gibt es zum Tages-und Jahresabopreis. Und die Zeit drängt: Erstes Eurosport-Livespiel ist bereits im August.

Mehr Olympia denn je

Der Verhandlungsmarathon gleicht einem Déja-Vu zum Geschacher um die Übertragung der Olympischen Spiele ab 2018. Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten sich aus dem Bieterstreit zurückgezogen und auf eine Übertragung verzichtet. Dafür will Eurosport jetzt mehr Olympia denn je zeigen. 50 Stunden täglich im Free-TV, so die Senderchefin. Und die über 100 Wettkämpfe live und on Demand auf allen Digitalplattformen.

Live-Sport sei seit 1989 Motto und Kernkompetenz, sagt Aigner-Drews. Der Zuschauer soll bei Olympia jeden Moment dabei sein können. Der Sender zeigt die Wettkämpfe auf drei Free-TV-Kanälen: Das Herz ist Eurosport 1, der 24 Stunden nonstop Olympia zeigen wird.  Der Männersender Dmax fokussiert auf Rennrodeln, der Frauensender TLC auf Eiskunstlauf und der Pay-TV-Sender Eurosport 2 auf Eishockey.

Mit der massiven Präsenz sollen neue, vor allem jüngere Zuschauer gewonnen werden. Im Fokus stehen die deutschen Athleten, im Deutschen Haus wird es eigene Livestudios geben. Zugleich gab Eurosport neue Moderatoren-Prominenz bekannt. Eiskunstläuferin Anni Friesinger-Postma und Turner Fabian Hambüchen sollen für emotionale Hochs sorgen.

Denn Emotionen, persönliche Geschichten und der individuelle Blick hinter die Sportlerkarrieren soll  Eurosport ausmachen. Peter Hutton, CEO Eurosport nennt es die große Transformation, vom paneuropäischen zum lokalen Sender. Eurosport will anders und persönlicher sein. Die Berichterstattung über große Sportevents soll über individuelle Geschichten der Sportstars nahbarer werden. Olympia sei nicht irgendein Sport-Event, sondern ein Phänomen, so Ralph Rivera, Managing Director Eurosport Digital.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.