Splitter :
Was sonst noch in der Medienbranche passiert

#fraggiovanni bei der "Zeit", Native Advertising bei SpOn, Open ARD ZDF mit Vorschlägen, Tele 5 mit Musik.

Text: Petra Schwegler

22. Apr. 2014

"Die Zeit". Dort stellt sich Chefredakteur Giovanni di Lorenzo den Fragen der Leser und der Netzgemeinde in einem Twitterview. Am Donnerstag um 16 Uhr nimmt der Journalist Fragen über den Hashtag #fraggiovanni entgegen.

Spiegel/SpOn. Gerät nach einem Artikel über Native Advertising selbst ins Visier. Bei "Spiegel Online" könne man werbliche und redaktionelle Inhalte etwa durch Farbgebung, Schriftart oder Gestaltung klar unterscheiden, heißt es in einem Video zum Artikel. Blogger Stefan Niggemeier thematisiert nun allerdings prompt eine Kolumne zum Eurojackpot auf "SpOn", die von Oliver Schönfeld geschrieben wird. Im Begleittext wird dieser nur als Journalist vorgestellt. Dass dahinter Schönfeld PR steht und "Spiegel Online" das Ganze lediglich als "Ein Service von WestLotto" bezeichnet, kreidet Niggemeier an. Barbara Hans, Vize-Chefredakteurin von "Spiegel Online", reagiert und nennt die Anzeige nun einen "Fehler". Sie unterscheide sich nicht eindeutig und klar genug von redaktionellen Inhalten. Die Werbung hätte so "nicht live gehen dürfen", so Hans.

Voland & Quist. Der sächsische Verlag hat Berufung gegen den gerichtlich verfügten Verkaufsstopp seines Buches "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" eingelegt. Das teilt er am Dienstag mit. Das Landgericht Düsseldorf hatte den Verkauf des Kurzgeschichten-Bandes von Julius Fischer Ende März untersagt, weil der Titel nicht als Satire erkennbar sei und sich an den Erfolg der Wanderhuren-Serie des Verlags Droemer Knaur hänge. Voland & Quist pocht hingegen auf die grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte den Eingang der Berufung am Dienstag noch nicht registriert. Zur Finanzierung des Verfahrens hatte der Verlag im Internet eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. So seien in vier Tagen 12.000 Euro zusammengekommen. Via dpa.

Open ARD ZDF. Die Initiative des Datenjournalisten Lorenz Matzat für mehr Transparenz bei den Öffentlich-Rechtlichen zieht Zwischenbilanz und liefert nach einem Jahr erste Vorschläge für die Mittelverwendung bei ARD und ZDF. So solle genau aufgedröselt werden, wie viel Rundfunkbeitrag in welche TV-Produktion fließen und wer als Produzent dahintersteckt.

"WamS". Will ab dem kommenden Wochenende mehr Themen aus den Bereichen Kultur, Stil und Wissen liefern. Wie Springer am Dienstag mitteilt, baut die Redaktion das Ressort "Wissen" zu einem eigenen Zeitungsbuch aus. Dadurch sollen Themen wie Medizin, Technik oder Tierwelt mehr Platz erhalten als bisher. Im Zuge der Veränderungen wird der Kultur-Bereich mehr Seiten bekommen und das Zeitungsbuch "Stil" um eine breitere Themenvielfalt erweitert. Eine Neuerung gibt es ab dem kommenden Sonntag übrigens auch auf der Titelseite der "Welt am Sonntag", die künftig einen fünfspaltigen Seitenaufbau aufweist. Per Mail.

"Tatort". Erringt am Ostermontag zwar den Tagessieg, aber nur mit mäßiger Quote: Den esoterisch angehauchten Krimi "Zwischen zwei Welten" mit dem Schweizer Ermittler-Duo Ritschard (Delia Mayer) und Flückiger (Stefan Gubser) verfolgten in der ARD 7,28 Millionen Zuschauer ab drei Jahren (Gesamtmarktanteil: 20,4 Prozent). Damit lag der Film deutlich hinter den "Tatort"-Fällen der vergangenen Wochen, die alle um die zehn Millionen Zuschauer erreichten. Mit 2,74 Millionen 14- bis 49-jährigen Fans hatte indes ProSieben mit "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" bei den Werberelevanten die Nase vorne. Die Wiederholung des Blockbusters schaffte einen Marktanteil von 21,7 Prozent in der Zielgruppe. Mails.

Tele 5. Startet zusammen mit dem Musik-TV-Anbieter Deluxe Music die Themenabende "On Stage!". Ab 26. April präsentiert der Münchner Sender fünf Musikabende - jeden letzten Samstag im Monat ab 20.15 Uhr. Geboten werden Konzerte erfolgreicher Musikgrößen und ausgewählter Newcomer, ergänzt von Musiker-Dokus. Anschließend nimmt sich Moderatorin Paula Lambert in "Playlist – Sound of my Life" einen hochkarätigen Gast zur Brust und entlockt ihm dessen ganz persönliche Playlist. Ihr verraten die Gäste die Geschichten, die für sie hinter den Titeln stecken. Parallel versucht das dreiköpfige Expertenteam Loretta Stern, Tim Renner und Smudo herauszufinden, wer sich hinter der jeweiligen Playlist verbirgt. Durch die On-Stage-Musikabende führt das Pop-Duo Suchtpotenzial, Ariane Müller und Julia Gámez MartinPer Mail.

"Reader's Digest". Erscheint mit der Mai-Ausgabe (EVT: 28. April) in einem neuen Look und nach US-Vorbild. "Die auffälligsten Änderungen sind das neue Logo und das neu gestaltete Cover", betont Chefredakteur Michael Kallinger in einer Pressemitteilung. Inhaltlich werde das Magazin nur "behutsam" verändert, heißt es vom Monatsblatt aus dem Stuttgarter Verlag Das Beste. Per Mail.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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