Splitter :
Was sonst noch in der Medienbranche passiert

Wirbel um Drittsendezeiten bei RTL, Umzugspläne für "RTL II News", Run auf Radiopreis.

Text: Petra Schwegler

RTL. Braucht Drittsendezeiten wie etwa jene von "Stern TV" in seinem Programm "vorerst" nicht mehr zu zeigen – urteilt zumindest das Oberverwaltungsgericht Lüneburg nach einer Klage des Münchner Anbieters Focus TV. Er hatte im vergangenen Jahr gegen die lizenzgebende Medienanstalt NLM in Hannover geklagt, nachdem die Niedersachsen die Programmplätze für Drittanbieter bei RTL an dctp um Alexander Kluge und AZ Media TV vergeben hatten. Ein erster Eilantrag von Focus TV gegen die Vergabe war noch gescheitert, der Lüneburger Kadi sieht das nun anders und begründet das so: Der NLM-Direktor hatte den sofortigen Vollzug der dctp-Zulassung angeordnet. Das hätte nach Meinung der Richter aber von der Versammlung durchgewunken werden müssen. Jetzt soll die NLM-Versammlung erneut entscheiden, ob die Zulassung von dctp sofort vollziehbar sein soll. Bis dahin muss RTL das Programm im Prinzip nicht ausstrahlen. Gegenüber dem "Handelsblatt" erklärt ein Sendersprecher, man wolle in den nächsten Tagen mit den Medienwächtern über die Entscheidung sprechen. Erst danach wolle man über die weitere Verwendung der Programme entscheiden. Mit Drittsendelizenz senden bei RTL unter anderem "Stern TV", "Spiegel TV" und das Kulturmagazin "10 vor 11" von dctp sowie das junge Format "Yolo" sowie die Reportage-Reihe "30 Minuten Deutschland" von AZ Media.

RTL II. Verlagert Nachrichtenredaktion von Köln nach Berlin ins Hauptstadtstudio der Mediengruppe RTL Deutschland. Von Januar 2015 sollen die "RTL II News" aus Berlin produziert werden, teilt der Sender mit. Zur Begründung heißt es: Damit könne das Nachrichtenanagebot besser an jüngere Zuschauer ausgerichtet werden. In Berlin würden politisch, gesellschaftlich, kulturell und journalistisch Trends gesetzt, so der neue Senderchef Andreas Bartl. Betroffen seien 20 feste Mitarbeiter in Köln. "RTL II News" ist bei den 14- bis 29-jährigen Zuschauern laut GfK-Fernsehforschung in Nürnberg die erfolgreichste TV-Nachrichtensendung um 20.00 Uhr. Von Januar bis Mai 2014 erreichte sie in der Zielgruppe im Schnitt 10,8 Prozent Marktanteil. Per Mail.

Deutscher Radiopreis. Für den Awardhaben sich noch mehr Sender beworben als in den vergangenen Jahren. 146 Radiosender - elf mehr als 2013 - nehmen mit insgesamt 361 Einreichungen (2013: 354) am Wettbewerb teil, wie die Veranstalter mitteilen. Vergeben werden die Auszeichnungen am 4. September im Schuppen 52 im Hafen, wo die Trophäe für Deutschlands beste Radiomacher bereits seit ihrer Premiere 2010 überreicht wird. Öffentlich-rechtliche und private Sender haben den Preis gemeinsam ins Leben gerufen. Prämiert werden unter anderem die besten Moderatoren, Reportagen, Radiocomedys und Nachrichtenformate. Viele Radioprogramme wollen die erneut von Entertainerin Barbara Schöneberger moderierte Gala wieder live übertragen. Eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts wählt nun in zehn Kategorien jeweils drei Nominierte aus. Per Mail.

Sat.1. Gibt Schauspieler und Moderator Wayne Carpendale nach "Deal or no Deal" noch eine weitere Show: Im Winter werde der 37-Jährige den Klassiker "Nur die Liebe zählt" neu aufleben lassen, teilt der Münchner Privatsender mit. Einst präsentierte das heutige ARD-Gesicht Kai Pflaume die Sendung - zunächst für RTL, dann für Sat.1. Carpendale, bekannt aus der eingestellten ZDF-Serie "Der Landarzt" , startet bei Sat.1 am 30. Juli um 20.15 Uhr mit der Geldspielshow "Deal or no Deal". Davon sind fünf Folgen geplant. Per Mail.

Nickelodeon. Ruft am 1. August von 13 bis 17 Uhr den Spieltag aus und schaltet unter dem Motto "Fernseher aus und raus" sein Programm ab. Zugleich schränkt der Kindersender das Online-Angebot ein. Stattdessen animiert Nickelodeon die Kids, selbst aktiv und kreativ zu werden, während "SpongeBob Schwammkopf"', "Die Teenage Mutant Ninja Turtles" oder die Babysitter-Profis von "Sam & Cat"' Sendepause haben. Die Aktion findet bereits zum fünften Mal statt. Diese Mal kommt noch eine Kooperation mit dem Stadtportal QIEZ.de dazu: Gemeinsam werden in Berlin Orte gesucht, die den Kindern am Herzen liegen. Aus den beliebtesten Orten wird im Anschluss eine Tour zusammengestellt, an der bis zu zehn Kinder teilnehmen können. Per Mail.

BBC News. Der britische Sender wird wegen der Einfrierung des Gebührenbeitrags in den kommenden zwei Jahren in seiner Nachrichtenabteilung 415 Stellen streichen. Der Direktor von BBC News sagte, die Kürzungen seien Teil der nötigen Einsparungen, um die Einnahmeausfälle aufzufangen. Allerdings kündigte er im Zuge einer Restrukturierung an, dass 195 neue Stellen geschaffen würden. Damit fallen unterm Strich 220 Vollzeitstellen weg. Aus Protest wollen die Mitarbeiter am 23. Juli zur Eröffnung der Commonwealth-Spiele in Glasgow in den Streik treten. Via dpa.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.