Zum Abschied :
WDR bringt Domian ins Kino

Der WDR hat Leben und Wirken des beliebten Nighttalkers Jürgen Domian in einem Kinofilm und in einer Doku porträtiert.

Text: Petra Schwegler

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Jürgen Domian, seit 20 Jahren und noch bis Ende 2016 nachts beim WDR Kummerkasten der Nation, wird in zwei Produktionen geehrt: "Domian - Zwischen Nacht und Tag", eine 45-minütige Dokumentation, strahlt das WDR Fernsehen am 2. November um 23.15 Uhr aus. Und der Sender bringt Domian ins Kino: Ab Mitte November wird der Film "Domian - Interview mit dem Tod" auf er großen Leinwand zu sehen sein. Premiere hat der Film am 1. November in der Essener Lichtburg. "Es sind Filme über die Kraft des Zuhörens und den besonderen nächtlichen Raum, in dem grenzüberscheitende Zwiegespräche erst möglich werden", teilt der WDR dazu mit. Die beiden WDR-Koproduktionen werden von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.

Dokumentiert wird Domians Job, der so aussieht: Jede Woche, montags bis freitags, rufen tausende Menschen beim Nighttalker an, sieben werden zu ihm durchgestellt. Die Anrufer sprechen über sehr Privates und häufig über gerade erlebte oder kurz bevorstehende Todeserfahrungen. Für sie ist das intensive Gespräch mit Domian über den Tod oft die einzige Möglichkeit, über die inneren Abgründe zu erzählen - sie öffnen ihre Seelen im Schutz der Dunkelheit. Und auch die Stammhörer können die nächtliche Stunde mit Domian kaum erwarten: "die LKW-Fahrerin, die in der Dunkelheit durch den Ruhrpott fährt, der Bäcker, der um ein Uhr morgens in seiner Backstube den Teig vorbereitet, der Tankstellenwart, der sich von Domian durch die Nachtschicht begleiten lässt", skizziert der WDR die Handelnden in Film und Doku.

Übrigens: Jürgen Domian selbst hat seinen gesamten Biorhythmus auf Nacht umgestellt. Licht und Sonne tankt er im Sommer, in der Sendepause. Da verstummt der Talkmaster und wandert unter der nie untergehende Mitternachtssonne Skandinaviens. Hier sammelt erneue Kräfte für neue nächtliche Gespräche. Ansonsten braucht er eine Schlafbrille, wie dieses WDR-Foto dokumentiert, um tagsüber ruhen zu können ...

Ende 2016 macht der Mittfünfziger dann Schluss mit den Sendungen beim WDR-Radio 1Live und im WDR Fernsehen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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