Werben wie Avatar: Jetzt kommen 3D-Spots ins Kino-Foyer

Auf dem Filmtheaterkongress in Baden-Baden stellt United Entertain das erste 3D-Out-of-Home-Werbenetz vor, das ganz ohne die bisher obligatorische 3D-Brille auskommt.

Text: Katrin Otto

19. Apr. 2012

Während sich 3D auf der Leinwand für Filme und auch für Spots zunehmend etabliert, hält die Technologie nun auch in die Kinofoyers Einzug. Auf dem Filmtheaterkongress Kino 2012, der aktuell in Baden-Baden stattfindet, stellt die Firma United Entertain erstmals mannshohe Display-Säulen vor, die 3D-Spots und –Trailer zeigen.

Der Clou daran: das dreidimensionale Erlebnis findet ganz ohne Brille statt. United Entertain wandelt dazu herkömmliche Spots in 3D um und zeigt sie auf den autostereoskopischen Screens. „Wir arbeiten mit Programmierern aus dem Stall von Avatar“, erklärte Frank Robben, Direktor Marketing & Vertrieb. Tatsächlich kann sich das Ergebnis sehen lassen, in Baden-Baden gaben tiefenwirksame Trailer des Kinderfilms „Der Lorax" von Universal Pictures International schon mal einen Vorgeschmack auf den Kinostart im Sommer.

Erste Säulen stehen in den Kinos der Multiplex-Ketten UCI und Cinestar. Bis Ende Mai will das Hamburger Unternehmen in 62 Kinos mit 550 Displays mit einem deutschlandweiten 3D-Out-of-Home-Werbenetz  am Start sein. Bis 2013 sollen es 300 Kinos mit 3000 Stelen sein. „Kino ist unser erster Vertriebskanal, soll aber nicht der einzige bleiben“, erklärt Robben. Denkbar seien alle Standorte mit Wartezonen, wie Flughäfen oder Bahnhöfe.

Im Kino werden je nach Größe vier bis maximal zwölf Säulen im Foyer aufgestellt. Der Kunde kann die Stelen mieten oder kaufen. United Entertain speist die Spots und Trailer ein. Der Spaß ist nicht ganz billig. Bei einer Mindestlaufzeit von sieben Tagen kostet die deutschlandweite Belegung pro zehn Sekunden 10.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Produktion des Spots, die für einen 30 bis 40 Sekünder bei  2500 bis 5000 Euro liegen. Dafür ist die Präsenz groß, der Spot läuft 240 Mal am Tag - laut Robben hält sich der Kinobesucher rund 22 Minuten vor Filmstart im Foyer auf.

Nokia, Die schwarze Dose und Axel Springer haben die neue Werbemöglichkeit als erste ausprobiert. Aktuell interessiert sich ein bayerischer Motorradhersteller für die Präsenz auf den 3D-Displays.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.



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