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Wie DuMont aus der Flaute kommen will

Die Kölner Verlagsgruppe meldete seine Jahresbilanz: Bei 592 Millionen Euro hatte sich der Umsatz stabilisiert. Wie es um DuMont steht und warum der Verlag an Wachstum glaubt, analysiert FAZ Online.

Text: W&V Redaktion

Das DuMont-Haus in Köln.
Das DuMont-Haus in Köln.

"Die DuMont Mediengruppe hat im Geschäftsjahr 2016 ihre Ziele im Rahmen des Strategieprogramms 'Perspektive Wachstum' erfolgreich umgesetzt." So selbstbewusst begann die Mitteilung des Konzerns zur Bilanz des Geschäftsjahres. Der Umsatz sei um ein Prozent gestiegen, als Ergebnis der strategischen Neuausrichtung, die DuMont seit 2014 betreibt. Es sah vor allem eine Konzentration auf die drei Geschäftsfelder Regionalmedien, Fachmedien und Digitales vor. Nach einem dicken Minus von 112 Millionen Euro 2012 waren Sparprogramme beschlossen worden

So hat die DuMont-Gruppe zum Beispiel den Geschäftsbereich Regionalmedien umgebaut, die Redaktionen der beiden Kölner Titel "Express" und "Kölner Stadt-Anzeiger" zusammengelegt. Sie produzieren nun in einem neuen und gemeinsamen Newsroom, dafür behält der Verlag beide Marken. In Berlin setzte das Medienhaus vor dem Hintergrund anhaltender Verluste tiefgreifende Veränderungen bei seinen Hauptstadtblättern "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" durch: Eine Redaktion füllt beide Blätter und deren Internetauftritt.

"Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 zeigt, dass unsere Strategie greift. Wir werden auch in den kommenden Jahren weiter wachsen und können steigende Umsätze sowie eine positive Ergebnisentwicklung in Aussicht stellen. Die digitale Transformation in allen Geschäftsbereichen ist erfolgreich. Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen", sagt Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender der Mediengruppe.

Konkreter wird nun die "FAZ". Bauer spare Stellen ein und lagere Dienste aus, nutze "den Winkelzug einer Bilanzänderung mit Neubewertungen des Vermögens" und den Umbau in Berlin. Zusätzliche Einnahmen aber müssen aus anderen Bereichen als dem klassischen Zeitungsgeschäft kommen. "Datengetriebene Geschäftsmodelle" seien das, zitiert die "FAZ" Bauer und führt DuMont-Beteiligungen bei Facelift (Social Media Marketing) und Censhare (Cloud-Services) als Beispiele an. 

Obwohl DuMont in seiner Bilanz meldet, dass Regionalmedien viel zur guten Bilanz beigetragen habe (mehr Werbe- und Vertriebserlöse bei sinkenden Auflagen), auch dank der guten Onlinereichweiten, sagte er der "FAZ", es gehe um die Frage, wie Journalismus finanziert werden könne. Denn DuMont habe beispielsweise mit sieben Zeitungsmarken digital 50 Prozent mehr Reichweite, das bringe aber nur vier Prozent der Erlöse im Vergleich zu den gedruckten Ausgaben.

In der Gruppe erscheinen die Abonnementzeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau", "Berliner Zeitung" und "Mitteldeutsche Zeitung" sowie die Boulevardzeitungen "Express", "Berliner Kurier" und "Hamburger Morgenpost". 

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W&V Redaktion
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