Bilanz zur RTL-Trilogie :
"Winnetou" stirbt vor weniger Publikum

Die Puste vieler Fans reichte nicht bis zu "Winnetou – Der letzte Kampf": RTL verlor mit Teil 3 der Neuverfilmung viele Zuschauer - aber keine Werbekunden. 

Text: Petra Schwegler

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In "Winnetou - Der letzte Kampf" stirbt der angeschossene Häuptling (Nik Xhelilaj) in den Armen Old Shatterhands (Wotan Wilke Möhring).
In "Winnetou - Der letzte Kampf" stirbt der angeschossene Häuptling (Nik Xhelilaj) in den Armen Old Shatterhands (Wotan Wilke Möhring).

Nicht einmal mehr 3 Millionen Fans waren mit dabei, als RTL am Donnerstagabend mit "Winnetou – Der letzte Kampf" die dreiteilige Neuverfilmung des Karl-May-Epos beendet hat. 2,97 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren stehen für den letzten Teil der Trilogie in der Quotenbilanz der Kölner. Beim Gesamtpublikum reichte der Marktanteil nur noch für 9,5 Prozent. Die Primetime entschied das ZDF mit 5,90 Millionen Krimifans für die "Soko Wien" und einem Marktanteil von 18,3 Prozent für sich.

Winnetou starb damit vor deutlicher weniger Publikum als die ersten beiden Teile erwarten ließen. Zum Vergleich: Den Auftakt der "Winnetou"-Reihe sahen am Sonntag 5,06 Millionen Fans. Beim werberelevanten Publikum zwischen 14 und 49 Jahren holten die Kölner damals 19,2 Prozent.

4,33 Millionen Menschen hielten dem Apachen-Häuptling und seinem Begleiter Old Shatterhand bei Teil 2 die Treue und mit 14,8 Prozent in der Zielgruppe holte sich RTL am Dienstag immer noch den Tagessieg in der jungen Zielgruppe. Doch das Finale enttäuscht sogar bei den werberelevanten 14- bis 49-Jährigen – mit nur noch 12,0 Prozent Marktanteil.

Viel Werbung spricht für wirtschaftlichen Erfolg

Die Teile 2 und 3 waren im Gegensatz zum Auftaktfilm nicht werbefrei; Werbekunde Amazon Prime Video hatte den RTL-Zuschauern ein "Weihnachtsgeschenk" gemacht, indem der Streamingdienst die Werbezeiten rund um "Winnetou" am Sonntag gekauft hatte.

Old-Shatterhand-Darsteller Wotan Wilke Möhring wich auch in den zahlreichen Werbepausen der nachfolgenden Filme nicht vom Bildschirm – Sponsor des zweiten und dritten Teils von "Winnetou" war L'Oréal mit der Men-Expert-Reihe und dem Testimonial Möhring. Wirtschaftlich dürfte die Rat-Pack-Neuverfilmung der May-Romane ein großer Erfolg für RTL sein.

In "Winnetou – Der letzte Kampf" war übrigens im ersten Drittel des Films Ex-Fischer-Appelt-Vorstand und Buchautor Frank Behrendt als Statist zu sehen. Der bekennende "Winnetou"-Fan musste als Geschworener über den Häuptling und seine Gefährten urteilen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



2 Kommentare

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Anonymous User 4. Januar 2017

Stimme Dir zu, Texter. Das war FREMDSCHÄMEN pur!

Anonymous User 3. Januar 2017

Wirtschaftlich, sicher ein guter Erfolg. Wem das reicht, der kann zufrieden sein. Ansonsten fand ich diese Winnetou Neuverfilmung zum Fremdschämen und ziemlich grauenvoll. Teil 2 und 3 habe ich mir nicht angetan.

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