Wechsel beim MedienVielfaltsMonitor :
ZDF ist jetzt meinungsmächtiger als "Bild"

Das Medium mit der größten Meinungsmacht ist jetzt das ZDF, das "Bild" vom Sockel stößt. Doch Facebook und Google holen beim MedienVielfaltsMonitor auf ...

Text: Petra Schwegler

Das ZDF kann es mit Springers "Bild" aufnehmen. Zumindest beim MedienVielfaltsMonitor der Medienanstalten. Er zeigt in der aktualisierten Fassung, dass die Rivalen ihre Position getauscht haben und die Mainzer jetzt die Nase vorne haben: "Das Medium mit der größten Meinungsmacht ist neuerdings das Fernsehprogramm ZDF mit einem Anteil von 4,6 Prozent am bundesweiten Meinungsmarkt", teilen die Medienwächter mit, die die Anteile der Medienkonzerne am Meinungsmarkt für das 1. Halbjahr 2015 ausgewertet haben. Dahinter folgen im Ranking der Meinungsmächtigen der ehemalige Spitzenreiter "Bild"-Zeitung (4,4 Prozent), Das Erste (4,3 Prozent) sowie die beiden Privatsender RTL (3,6 Prozent) und Sat.1 (2,8 Prozent).

Bedeutsam für die weitere Entwicklung am Meinungsmarkt seien die "reichweitenstarken intermediären Internetplattformen, die zunehmend die informierende Mediennutzung im Internet bestimmen", heißt es weiter. Gemeint sind Facebook, Google, Youtube und Twitter. Rund 30 Prozent der Bevölkerung nutzen demnach diese Plattformen bereits täglich für die Suche oder Nutzung von informierenden Medieninhalten. Meinungsmächtig sind hier Marken wie Web.de.

Trotz aller Macht der neuen Player aus dem Netz hält das Team hinter dem MedienVielfaltsMonitor fest, dass Medienunternehmen mit dem Schwerpunkt Fernsehen oder Print weiterhin eine führende Position im Meinungsmarkt haben. Aus dem Werk geht hervor: ARD, Bertelsmann, ProSiebenSat.1, Springer und das ZDF - seit Monaten führend beim Gesamtpublikum - kommen zusammen auf einen Anteil von 58 Prozent. Weitere 25 Medienunternehmen erzielen zusammengerechnet einen Anteil von rund 29 Prozent. Darunter würden sich mit United Internet, Yahoo und Microsoft (MSN) bisher "lediglich" drei Internetunternehmen befinden, wie es heißt. Im Radio hat etwa der lokale Senderverbund Radio NRW die Nase vorn. Hier die Meinungsmacht der Medien, veranschaulicht in einer Grafik:

Zur Methode: Die Ergebnisse des MedienVielfaltsMonitors basieren auf der Vernetzung der Daten der regelmäßigen Reichweitenstudien von agma, GfK und Nielsen mit der repräsentativen Gewichtungsstudie von TNS Infratest, die im Auftrag der Landesmedienanstalten ganzjährig durchgeführt wird, sowie den Beteiligungsverhältnissen der Medienunternehmen. Der MedienVielfaltsMonitor ist Teil des Projektes Medienkonvergenzmonitor der Medienwächter. Hier geht es zum kompletten Werk.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.