Bericht um NPD-Verbot :
Zu schnell: Medien müssen sich entschuldigen

Sie hatten schnelle Eilmeldungen verfasst - die NPD werde verboten. Aber Spiegel und Co. haben sich getäuscht: Das Verfassungsgericht hatte kein Verbot ausgesprochen. Jetzt müssen sich die Eilmelder entschuldigen: Sie hatten sich geirrt.

Text: Anja Janotta

- 10 Kommentare

Zu schnell gemeldet hatte auch die Zeit.
Zu schnell gemeldet hatte auch die Zeit.

Sie hatten schnelle Twitter-Eilmeldungen verfasst - die NPD werde verboten. Aber Spiegel und Co. haben sich getäuscht: Das Verfassungsgericht hatte kein Verbot ausgesprochen. Jetzt müssen sich die Eilmelder entschuldigen: Sie hatten sich geirrt und die Antragsverlesung offenbar für das Urteil gehalten.

Unter den Schnellmeldern waren Spiegel, Zeit und der Bayerische Rundfunk. Die Kritik im Social Web ließ nicht lange auf sich warten. "Unentschuldbar" kommentiert ein User zum Beispiel die Entschuldigung des Spiegel. "Unsere Gedanken sind beim zuständigen SPON-Redakteur" witzelt ein anderer. Auch die reflexhaften #lügenpresse-Tweets finden sich in den Kommentaren.

Die Zeit war offenbar ebenso voreilig:

Die Heute-Show lästerte: "EIL: @SpiegelOnline verbietet #NPD#NPDverbot" auf Twitter:

Im Bayerischen Rundfunk musste eine entsprechende News, die in den Radio-Nachrichten lief, einige Minuten später nachträglich vom Redakteur korrigiert werden. (sh/aj)


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



10 Kommentare

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Anonymous User 16. Februar 2017

Nicht zu schnell – zu schlecht.

Anonymous User 4. Februar 2017

Mmmmmh lecker, deutscher Qualitätsjournalismus, gleich abbonieren.

Nicht.

Anonymous User 18. Januar 2017

@Frank Goetze: Die Quellen und der Wahrheitsgehalt waren hier nicht das Problem, sondern das Tempo: Die Urteilsverkündung begann mit der Verlesung der Antragsbegründungenthielt die Beurteilung der Richter, dass die NPD verfassungfeindliche Ziele verfolgt. Dann aber, als die zu flotten Kollegen schon fleißig tippten, kam das Nicht-Verbot.

Anonymous User 18. Januar 2017

Tja, das waren doch eigentlich Grundlagen der journalistischen Ausbildung, Quellen prüfen und auf Wahrheitsgehalt testen, bevor man berichtet, aber in Zeiten in denen Jeder der Erste sein will, schreibt man lieber vom Anderen ab. Gerade wo sich diese Medien über das Thema Fake-News nicht mehr einkriegen ein besonders schlimemr Fauxpass! Da hat man sich aber einen Bärendienst erwiesen.

Anonymous User 17. Januar 2017

Und dann gibt es Menschen, die sich wundern, dass es Menschen gibt, die unsere Medien als Lügenpresse bezeichnen.

Anonymous User 17. Januar 2017

Qualitätsmedien halt mit jede Menge Alpha-Journalisten. Die Creme de la Creme.

Anonymous User 17. Januar 2017

Deutschland braucht das Reichspropaganda - ähh Wahrheitsministerium. Unbedingt und sofort!
Obwohl: Das eine schließt das andere doch aus: - Wahrheit ./. Ministerium...

Anonymous User 17. Januar 2017

Lieber Frank Furter, Danke für den Hinweis. Wir haben den Text angepasst. W&V Online

Anonymous User 17. Januar 2017

Das sind also diese "Fake News".

Anonymous User 17. Januar 2017

Liebe Frau Janotta,

wer lesen kann, ist klar im Vorteil: Beim Beitrag des ZDF handelt es sich doch wohl um einen Witz der heute-show, die sich über die fehlerhafte Berichterstattung von SPON amüsieren. Wieso sollte sich das ZDF dafür entschuldigen?!

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