Großbritannien :
Zwei Gratistitel unter den Auflagenspitzenreitern

Metro überflügelt die Sun und der Evening Standard lässt den Daily Mirror und die Times klar hinter sich.

Text: Franz Scheele

Das Gratisblatt von DMG Media ist Auflagenspitzenreiter in Großbritannien
Das Gratisblatt von DMG Media ist Auflagenspitzenreiter in Großbritannien

Die beiden Gratisblätter Metro und London Evening Standard etablieren sich fest in der Spitzengruppe der auflagenstärksten Tageszeitungen Großbritanniens. Dies zeigen die aktuellen Daten des Auflagenkontrolleurs ABC für den Monat Mai.

Metro vom Verlag DMG Media, der auch die Daily Mail herausgibt, ist danach bereits zum zweiten Mal Auflagenspitzenreiter mit durchschnittlich 1,476 Millionen verteilten Exemplaren und nur einem leichten Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Mai 2017. Damit liegt Metro knapp vor dem Boulevardblatt The Sun mit 1,474 Millionen verkauften Exemplaren (-6,5%).

Dies ist deshalb besonders bemerkenswert, weil Metro nur montags bis freitags erscheint, während die Sun auch eine Samstagsausgabe herausbringt, die in der Regel die auflagenstärkste der Woche ist. Damit ist der Vorsprung von Metro vor der Sun an den Wochentagen deutlich höher als es der Durchschnittswert nahelegt.

Die Daily Mail liegt mit 1,277 Millionen Exemplaren auf Rang drei, musste allerdings mit minus 11,5 Prozent einen starken Auflagenrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hinnehmen. Auf dem vierten Platz folgt mit 895.000 Exemplaren (-0,9%) bereits die Gratiszeitung London Evening Standard, die zur Mediengruppe der russischen Milliardärs-Familie Lebedew gehört.

Auch der Evening Standard erscheint nur montags bis freitags. Zudem wird das Blatt lediglich in London verteilt. Dennoch hat der Kostenlostitel eine deutlich höhere Auflage als die überregionalen Zeitungen Daily Mirror (564.000/-12.7%), The Times (431.000/-5,7%), The Daily Telegraph (377.000/-21,4%), Daily Star (371.000/-13.7%) und Daily Express (341.000/-10,8%), die teilweise heftige Auflagenrückgänge hinnehmen mussten. Der Guardian, der vor einiger Zeit unter die Marke von 150.000 Exemplaren gefallen war, kommt inzwischen nur noch auf knapp 141.000 verkaufte Exemplare (-8,1%).


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.