Aigner attackiert Facebook
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner legt sich mit Facebook an. Sie bemängelt den mangelnden Datenschutz beim Online-Netzwerk.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) legt sich mit Facebook an. Sie bemängelt den mangelnden Datenschutz beim Online-Netzwerk und droht mit einem Ende ihrer Mitgliedschaft. In einem Brief an Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg persönlich, den "Spiegel Online" veröffentlichte, kritisiert Aigner, dass das Unternehmen "ungeachtet der Bedenken von Nutzern und massiver Kritik von Verbraucherschützern den Datenschutz im Netzwerk weiter lockern möchte". So könne man kein Verbrauchervertrauen gewinnen.
Aigner forderte Zuckerberg auf, persönliche Daten von Nutzern auf Facebook nicht ohne deren Einwilligung automatisch an Dritte zu kommerziellen Zwecken weiterzuleiten. "Sollte Facebook nicht bereit sein, seine Firmenpolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden", drohte die Verbraucherschutzministerin. Die Politikerin engagiert sich seit längerem für mehr Schutz persönlicher Daten auf sozialen Netzwerken. Auch mit Googles Datenschutz-Umgang in puncto Streetview ist ihr ein Dorn im Auge.
Erst Ende März hatte eine Studie der Stiftung Warentest Online-Netzwerken wie Facebook attestiert, sie gingen äußerst willkürlich mit Nutzerdaten um. Vor allem die großen amerikanischen Portale beschränkten Verbrauchscherschutzrechte zum Teil massiv, so die Studie.