Bewegtbildnutzung:
Gesamt-Sehdauer bleibt mit 4:20 Stunden konstant

Wann, wie und wo nutzen die Deutschen Bewegtbild? Wer guckt was? Die Studie "Screens in Motion" von TVSpielfilmPlus zeigt: Neben TV werden immer mehr Plattformen genutzt - auch parallel.

Text: Julia Gundelach

"Normales" TV ist vor allem bei den Älteren beliebt
"Normales" TV ist vor allem bei den Älteren beliebt

Die Gesamt-Sehdauer der Deutschen über alle Plattformen hinweg beträgt etwa 4:20 Stunden täglich - und ist damit seit 2018 relativ konstant. Das zeigt die Studie "Screens in Motion 2021" von TVSpielfilmPlus und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), für die das Thema Bewegtbild unter die Lupe genommen wurde. Die Nutzung anderer Bewegtbildangebote wie Videoportale, Streaming und Co. geht inzwischen leicht zu Lasten von klassischen TV-Angeboten: Nach wie vor ist es das meistgenutzte Medium (86 Prozent) für Bewegtbildinhalte, der Anteil ist seit 2018 aber leicht gesunken.

Vor allem die jüngeren Altersgruppen (bis 29 Jahre) verbringen inzwischen mehr Zeit mit Streaming & Co. als mit linearem TV. In der Zielgruppe bis 29 Jahre schauen 75 Prozent klassisches TV, die Sehzeit bei ihnen ist seit 2018 um 17 Minuten auf eine Stunde pro Tag gesunken. Gestreamt wird dagegen 1 Stunde 14 Min. Bei den älteren Personen ab 50 Jahren führt das klassische Fernsehen mit deutlichem Abstand, sie gucken rund 2,5 Stunden am Tag und verbringen im Schnitt nur 20 Minuten mit Streaming-Angeboten. Die höchste Steigerung der Streaming-Dauer zeigt die mittlere Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren mit einem Anstieg von 19 Minuten auf 54 Minuten täglich.

Mehrere Streaming-Abos parallel

Jeder zweite Deutsche nutzt mindestens einmal pro Monat ein Streaming-Abo (52 Prozent) - und oft nicht nur eins, sondern immer mehr Streaming-Angebote parallel. Aktuell haben 42 Prozent der Nutzer mehr als ein solches Angebot im Portfolio (2020 waren es 32 Prozent).

Hauptinformationsquelle für aktuelle Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind nach wie vor die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender. Nur die jüngeren Befragten verlassen sich hierfür zunehmend auf Social Media: Mit 49 Prozent konsultieren mehr unter 30-Jährige Instagram, Facebook und Co. für aktuelle Informationen als die ÖR-TV-Sender (37 Prozent).

Die Top-Plätze unter den Streaming-Anbietern belegen weiterhin Netflix (38 Prozent) und Amazon (38 Prozent). Dabei gibt es zunehmend Überschneidungen: rund 70 Prozent der User beziehen jeweils auch das Konkurrenz-Angebot (2019 waren es rund 60 Prozent). Es folgen die Mediatheken von ARD und ZDF, die mit 29 Prozent und 28 Prozent identische Nutzeranteile haben und damit noch vor Disney Plus (16 Prozent) liegen. Die Mediathek von Arte wird von 11 Prozent der Befragten genutzt und somit gleichauf mit den privaten Mediatheken von ProSieben (Joyn) und RTL (TVNow). 19 Prozent bekunden Interesse an einem neuen oder weiteren Streaming oder Pay TV-Abo. Unter den aktuellen Streaming-Usern sind es sogar 26 Prozent. Insgesamt werden derzeit im Schnitt 1,4 Streaming- oder Pay-TV-Abos genutzt, maximal vorstellbar sind 2,0. 63 Prozent der Befragten verfügen über einen Streamingfähigen Fernseher, bei der jüngeren Altersgruppe sind es sogar 76 Prozent.

Für die Studie hat die GfK im Auftrag von TVSpielfilmPlus 2.009 Personen zwischen dem 05. und 12. März 2021 online befragt. Eine Zusammenfassung gibt es hier.



Autor: Julia Gundelach

ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.


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