Matthias Schrader:
Content Marketing mit Sinnerschrader: Der Fall Curved

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein unabhängiges Mobilfunkportal, tatsächlich ist es Content Marketing von E-Plus: Curved.de, produziert von der Hamburger Digitalagentur Sinnerschrader. Welche Strategie steckt hinter Curved? Das erklärt Agenturchef Matthias Schrader im Exklusiv-Interview mit W&V.

Text: W&V Redaktion

Matthias Schrader ist Mitgründer und CEO von Sinnerschrader.
Matthias Schrader ist Mitgründer und CEO von Sinnerschrader.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein unabhängiges Mobilfunkportal, tatsächlich ist es Content Marketing von E-Plus: Curved.de, produziert von der Hamburger Digitalagentur Sinnerschrader. Obwohl das E-Plus-Logo und der Sponsorenhinweis auf der Seite zu sehen sind, hat Agenturchef Matthias Schrader für das Projekt heftige Kritik einstecken müssen, vor allem von Sascha Pallenberg. Der streitbare Tech-Blogger diskutierte auf der Cebit öffentlich mit Schrader darüber. Welche Strategie steckt hinter Curved, was unterscheidet das Portal von anderen Content-Marketing-Projekten? Fragen von W&V an Matthias Schrader.

Herr Schrader, Owned Media ist seit einiger Zeit das große Thema. Ihre Agentur betreibt für den Kunden E-Plus ein eigenes Mobilfunkportal: Curved.de.  Welchen Aufwand steckt Sinnerschrader in Curved?

Wir haben ein dezidiertes Team mit knapp 20 Köpfen für Curved aufgebaut: Redakteure, Fotografen, Filmleute, Analysten und Entwickler. Der Aufwand ist erheblich. In Zeiten, wo Verlage deinvestieren, wollen wir ein Lifestyle-Medium aufbauen, das inhaltlich, visuell und technologisch keinen Vergleich scheuen muss. Im Gegenteil.

Von welcher Reichweite sprechen wir bei Curved? Wie viele Visits gibt es im Monat?

An dieser Stelle können wir nur auf öffentlich zugängliche Quellen Verweisen. Similarweb zählt durchschnittlich 1.5 Mio. Visits. Ohne Mobile. 

Hätten Sie diese Zahlen auch geschafft, wenn die Seite den Namen Ihres Sponsors E-Plus tragen würde?

Wer signifikant Reichweite aufbauen möchte, braucht qualitativ hochwertige Inhalte und eine starke, unabhängige und glaubwürdige Redaktion. Es sind diese Autorinnen und Autoren, die sich an die Leser richten - nicht das Unternehmen. Daher ist eine eigenständige Medienmarke zwingend. Sonst wäre es Corporate Publishing. Auch das wäre nicht verwerflich, ist aber eben eine andere Gattung als Content Marketing. Die dahinter stehende Frage lautet: Was können Unternehmen und Marken machen, um sich eine eigene Reichweite aufzubauen?

Red Bull hat kein Problem damit, den eigenen Markennamen offensiv im Content Marketing einzusetzen. Was ist bei E-Plus anders?

Red Bulls Markengeschichte ist untrennbar mit dem Thema Extremsport und der Kreierung medialer Events verknüpft und bildet eine Einheit. Dieser Weg ist für die meisten Marken nicht gangbar und wäre nicht authentisch.

Der neue E-Plus-Eigentümer Telefonica wird Marken wie E-Plus und Base nach Informationen von W&V nicht weiterführen. Wissen Sie schon, was dann aus Curved wird?

Vorhersagen sind bekanntermaßen schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Daher konzentrieren wir uns jeden Tag darauf ein gutes Produkt zu machen.

Würde es Sie nicht reizen, das Portal auf eigene Faust weiterzuführen?

Wir sind Dienstleister und helfen Marken erfolgreich, selbst zu Medien zu werden. Unsere Ambition, auf diesem Feld unseren Kunden Konkurrenz zu machen, ist sehr gering.

Das Cebit-Streitgespräch zwischen Matthias Schrader und Curved-Kritiker Sascha Pallenberg gibt es auf Youtube zu sehen:

In eigener Sache: Content Marketing ist das große Thema der W&V Marketing Convention 2015 in München. Die neue Konferenz für Marketingentscheider findet am 16. Juni statt. Hier gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Buchung.



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Autor: W&V Redaktion

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