CX-Innovation der Woche:
MyBeautyBrand als digitales „Avon“ für die Gen Z

Gemeinsam mit PudelsKern zeigen und bewerten wir wöchentlich die spannendsten CX-Cases der Welt. Dieses Mal: MyBeautyBrand setzt auf Peer-to-Peer-Empfehlungen und gegen bezahlte Influencer.

Text: W&V Leserautor

Kundinnen können ihren eigenen Shop Plattform eröffnen und mit ihren Lieblingsprodukten aus dem ByMe-Sortiment bestücken (Genrebild)
Kundinnen können ihren eigenen Shop Plattform eröffnen und mit ihren Lieblingsprodukten aus dem ByMe-Sortiment bestücken (Genrebild)

Was die Avon-Beraterin für die Mütter der Millennials war, ist MyBeautyBrand für deren Töchter – nur eben eine digitale Version davon. Die in Großbritannien ansässige Online-Plattform verkauft ihre Beauty-Produkte über Peer-to-Peer-Empfehlungen, also direkt von Kundinnen an Kundinnen. Dazu können sie ihren eigenen personalisierten Shop auf der Plattform eröffnen und mit ihren Lieblingsprodukten aus dem markeneigenen ByMe-Sortiment bestücken. Anschließend können sie ihre Freunde einladen, ihren Shop zu besuchen und dort einzukaufen. Bei einer Provision von bis zu 20 Prozent auf den Verkauf, die direkt auf das Bankkonto überwiesen wird, kann sich daraus ein netter Nebenverdienst ergeben, ähnlich wie bei den Avon-Beraterinnen. Wer mit seinem Shop mehr als 3.000 britische Pfund umsetzt, kann zusätzlich am Aktienbeteiligungsprogramm des Unternehmens teilnehmen. Interessant dabei ist, dass sich MyBeautyBrand als Post-Influencer-Schönheitsmarke positioniert, die sich explizit gegen das Marketing mit bezahlten Influencern stellt.

Trendeinschätzung vom Experten:

"Empfehlungen von Freunden spielen seit jeher eine große Rolle bei Kaufentscheidungen. Schließlich bieten sie Orientierung und verringern das Risiko von Fehlkäufen. Durch das Internet hat sich die Zahl derer, die wir um Rat fragen können, vervielfacht.

Doch das Web hat seine Schattenseiten. Angesichts von Fake-Reviews, gesponserten Influencern, gekauften Followern und bezahlten Likes wird es für die Generation Z immer schwieriger zwischen 'echten' und 'falschen' Online-Freunden zu unterscheiden. Sie suchen nach kuratierten und vertrauenswürdigen Empfehlungen von Personen, die sie kennen, mit denen sie sich verbunden fühlen und die nicht anonym bleiben.

Das bieten P2P-Plattformen wie AirBnb und Uber. Sie haben nicht nur neue Konsummodelle hervorgebracht. Indem sie vertrauenswürdige Plattformen für zuverlässige P2P-Transaktionen schufen, haben sie das Influencer-Marketing auf ein neues Niveau gehoben, das auf Gemeinschaft, Vertrauen und Authentizität basiert. Die Vorteile von Peer-basierten Vertriebsplattformen haben auch Marken wie Diesel und Adidas erkannt, die ihre Top-Kunden zu Händlern machen."

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