Zum goldenen Hirschen:
Hirschen Berlin: Recruiting direkt vor der Nase der Konkurrenz

Zum goldenen Hirschen hat sich zum 20. Geburtstag einen eigenen ­Laden in Berlin-Mitte geschenkt. Neben mehreren bekannten Werbeschmieden. In dem Pop-up-Store dürfen sich die Kreativen austoben - und natürlich ihre Bewerbungen abgeben.

Text: Brigitte Bauer

Goldene Türschwelle, goldene Sneaker, goldene Fahrräder, goldene Longboards – der Pop-up-Store der Hirschen in Berlin-Mitte ist auffällig. Passanten bleiben vor dem Schaufenster stehen, gehen in den Laden, finden die Kleidung und die Accessoires witzig. Doch hinter dem Projekt steckt mehr.

Umgeben von Kreativschmieden wie Antoni, BBDO, Dieckertschmidt, DDB und Aimaq von Lobenstein hat Zum goldenen Hirschen zum 20. Agentur-Geburtstag ein Statement gesetzt. Hipster, Touristen und Kreative anderer Agenturen zählen zur neugierigen Laufkundschaft des Hirschen-Shops. "Gerne kann hier jeder seine Bewerbung abgeben", sagt Hirschen-Gründer Marcel Loko. Aber in erster Linie soll der Shop inspirieren.

Das Hauptstadtoffice der Hirschen liegt in einem anderen Stadtteil - in Kreuzberg. Die Idee zu dem Pop-up-Store in Mitte (Alte Schönhauser Straße 26) entstand im Meeting der kreativen Standortleiter. "Alle waren Feuer und Flamme, weil das extrem untypisch für eine Agentur ist", erzählt Loko. "Wir wollten den Spaß, den unsere Mitarbeiter bei der Arbeit haben, und die Identifikation mit der Agentur nach außen tragen."

Im Meeting schlugen die Mitarbeiter über 100 Ideen für die Auslage vor, viele davon wurden umgesetzt. Produkte, die vielleicht ein wenig längerer Produktion bedürfen, werden in einem Onlineshop erscheinen. Mitarbeiter setzten sich an die Nähmaschine und entwarfen Rucksäcke, andere brachten ihr Know-how zu Fahrrädern ein und stellten den Kontakt zu einem Münchner Fahrrad-Label her. Die Produkte, die die Hirschen vertreiben, wie Hirschgulasch oder Gin, stammen aus Erzeugnissen aus dem Umland.

Die Mitarbeiter drehen auch eigene Werbefilme zu den jeweiligen Produkten im Store. Es sind Arbeiten, die nicht mit den Kunden abgestimmt werden müssen, sondern gleich online gehen können, wenn Bedarf besteht. "Das ist ein lernendes System", sagt Loko. Außerdem werde der nächste Pop-up-Store nicht lange auf sich warten lassen, deutet er an.

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