Social-Media-Edition :
Einhorn-Schoki von Ritter Sport rasend schnell ausverkauft

Offensichtlich hat die Welt auf Einhorn-Schokolade gewartet. Schon am ersten Verkaufstag am 1. November brach der Online-Shop von Ritter Sport zusammen, inzwischen ist die Social-Media-Edition längst ausverkauft. Eine Erfolgsstory, die aber auch eine Gefahr birgt. 

Text: Frauke Schobelt

Das "Einhorn" macht seinem Ruf alle Ehre. Kaum gesehen, schon wieder weg.
Das "Einhorn" macht seinem Ruf alle Ehre. Kaum gesehen, schon wieder weg.

Offensichtlich hat die Welt auf Einhorn-Schokolade gewartet. Schon am ersten Verkaufstag am 1. November brach der Online-Shop von Ritter Sport zusammen, noch in der Nacht hieß es: Ausverkauft. Selbst wer sich bis zum Warenkorb vorgearbeitet hat, wurde spätestens dort wieder rausgeschmissen. Da war es einfacher, Tickets für das stets schnell ausverkaufte Wacken-Konzert zu ergattern. 

Was ist passiert? Ritter Sport hat auf seine Fans gehört und die limitierte Sorte "Einhorn" entwickelt und in den Verkauf gebracht. Mit Himbeer-Johannisbeer-Joghurt-Geschmack und einer Verpackung mit grinsendem Einhorn, Glitzer-Regenbogen und viel rosa. Sogar der bekannte Slogan schmiegt sich an das Gesamtkonzept: "Quadratisch. Magisch. Gut", heißt es nun. Und alle flippen aus und wollen die Sondersorte kaufen. Obwohl der Stückpreis für diese Sorte mit 1,99 Euro sogar deutlich höher liegt als bei anderen Tafeln. 

Dieser Erfolg mag daran liegen, dass limitierte Editionen natürlich ohnehin eine gewisse Begehrlichkeit wecken. Zumal Ritter Sport auf seiner Facebook-Seite auch darauf hingewiesen hatte, das Einhörner zu einer raren Spezies gehören.

Dann gibt es in der Gesellschaft offenbar mehr Einhorn-Fans, als die "Potenzialanalyse" von der verantwortlichen Digitalagentur Elbkind zu Tage förderte. Und die wurden alle zu "Influencern", die in ihren Netzwerken von der Einhorn-Schokolade schwärmten. Und auf Facebook sogar ankündigen, weite Strecken auf sich zu nehmen, um in den Läden in Waldenbuch und Berlin noch Tafeln zu ergattern. 

Eine Fan-Idee.

Eine Fan-Idee.

Und dann gibt es da noch die treue Fangemeinde von Ritter Sport, die gerne und ausgiebig auf der Crowdsourcing-Plattform www.sortenkreation.de über Schokoladen-Sorten abstimmt oder gleich ganz neue Kreationen durchsetzt, wie ""Äffle & Pferdle", mit Hafer und Banane. Dort entwickelte sich auch die Fan-Fake-Sorte "Einhorn-Glitter" mit "Regenbogen-Aroma und Glitzerpups" zum absoluten Liebling. Ritter Sport musste einfach nur zugreifen.

Das Potenzial dieser Sorte hat die Marke jedoch offenbar unterschätzt.  

Hallo zusammen, wir haben zwar mit großer Begeisterung gerechnet, aber das haben wir dann doch nicht erwartet: durch den großen Ansturm ist unser Webshop zur Zeit leider nicht erreichbar. Wir geben alles, damit ihr so schnell wie möglich wieder auf die Seite kommt, bitten euch bis dahin aber um etwas Geduld. Magische Grüße, euer RITTER SPORT Team

Die Hoffnung der Fans, dass die beliebte Sorte in den Handel kommt, muss Ritter Sport auch zerstören:

Hallo Anne, die Sorte Einhorn ist eine Limited Edition und wurde in einer kleinen Stückzahl speziell für die Einhorn-Fans unter euch kreiert. Die Standardsorten für den Einzelhandel werden in ganz anderen Dimensionen produziert – pro Tag laufen bei uns drei Millionen Tafeln übers Band – die wollen auch erst einmal gegessen werden. ;-) Deswegen freuen wir uns über die Möglichkeit, euch die Sorte Einhorn zumindest in einer kleinen Stückzahl über unsere Shops anzubieten. Wir hoffen, dass du mindestens ein Exemplar ergattern wirst! Viele Grüße

Ein gigantischer Erfolg für die Marke und seine Crowdsourcing- und Social-Media-Strategie. Allerdings einer, der auch eine Gefahr birgt. Denn sehr viele Einhorn-Schoki-Fans bleiben enttäuscht zurück, weil sie leer ausgehen. Das könnten sie Ritter Sport auch ein wenig übelnehmen. Denn so wie diesen Fans erging es vielen: 

Vielleicht sollte Ritter Sport deshalb ein paar Weihnachtseditionen verschieben und lieber neue Einhorn-Schokolade zaubern. 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.