Unpassende Namen:
Rassismus-Debatte: Marken geraten unter Druck

Der Lebensmittelkonzern Nestlé benennt als Folge der weltweiten Rassismus-Debatte die Brands "Red Skins" und "Chicos Lollies" um. Und auch andere Marken stehen wegen ihrer Logos inzwischen in der Kritik.

Text: W&V Redaktion

Nicht mehr tragbar: Nestlé reagiert auf die weltweite Rassismusdebatte.
Nicht mehr tragbar: Nestlé reagiert auf die weltweite Rassismusdebatte.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern teilte an diesem Dienstag (23.6.) mit, dass es die in Australien etablierten Marken "Red Skins" und "Chicos Lollies" künftig so nicht weiter geben wird, da sie sich rassistischer Stereotype bedienen. "Diese Namen haben einen Unterton, der nicht mit Nestlés Werten übereinstimmt, welcher auf Respekt basiert", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das Ziel sei eine möglichst schnelle Umbenennung der beiden Marken.

Auf den Packungen der "Chicos Lollies" war bis vor einigen Jahren ein dunkelhäutiges Baby zu sehen. Die "Red Skins"-Verpackung zeigte einen indigenen Amerikaner mit traditionellem Kopfschmuck. Seit Jahren wird in den USA immer wieder gefordert, dass sich auch der bekannte Football-Club und dreimalige Super-Bowl-Gewinner Washington Redskins aus der Hauptstadt umbenennen sollte. Erst in der vergangenen Woche gab es eine Ankündigung, dass die beiden Traditionsmarken Uncle Ben's und Aunt Jemima bis zum Jahresende ein neues Key-Visual bekommen sollen.

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Und es gibt noch zahlreiche weitere Marken, die sich wohl künftig mit ihrem Design im Zuge der Rassismusdebatte auseinandersetzen müssen.

Die italienische Kaffeerösterei Lucaffè beispielweise wirbt, ähnlich wie Uncle Ben's, mit folgendem Logo - und musste dafür auf Twitter bereits Kritik einstecken.

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Die Brauerei Mohrenbräu hat schon einen heftigen Shitstorm hinter sich, weshalb das Unternehmen jetzt seine Kanäle in den sozialen Medien eingestellt hat. Es wurde zudem auf Instagram und Facebook folgende Stellungnahme veröffentlicht: "Wir kennen selbstverständlich diese Diskussion und verstehen, dass unser Logo manche Menschen irritiert. Die Mohrenbrauerei steht für Toleranz und lehnt Rassismus ganz entschieden ab. Gerade weil in einer solchen Diskussion manchmal die Wogen hochgehen, braucht es einen sachlichen, respektvollen und wertschätzenden Dialog. Dieser scheint aktuell nicht mehr möglich zu sein, deswegen sehen uns gezwungen, unseren Kanal vorübergehend stillzulegen."

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Wie es scheint, sind mit Rassismus behaftete Logos vor allem in der Kaffeebranche nicht unüblich. Neben Lucaffè fällt auch Julius Meinl negativ auf, dessen Markenzeichen der von Joseph Binder entworfene Meinl-Mohr, ein schwarzer Kinderkopf mit hohem rotem Fes auf gelbem Grund ist. Auf der Unternehmensseite heißt es dazu: "Das Julius Meinl Logo zeigt einen Jungen mit Fez (rote Kopfbedeckung mit Quaste) in Anspielung auf die Herkunft des Kaffees, der 1683 von den Türken nach Wien gebracht wurde. (...) Das ursprüngliche Logo wurde 1924 von dem bekannten Wiener Künstler Josef Binder entworfen. 1924 wurde er von Julius Meinl II gefragt, ob er einen fiktiven Charakter entwerfen könne, der die Geschichte von Kolschitzky repräsentiert. Binder malte einen jungen ottomanischen Kaffee Experten, der eine Tasse Kaffee zu seinem Mund führt. Seine Gesichtszüge sind jedoch Überbleibsel des barocken Wiens."

Zuletzt wurde der Markenauftritt 2004 vom italienischen Designer Mattheo Thun überarbeitet, es folgte aber dennoch Kritik von der Initiative "Mein Julius", die den Meinl-Mohr weiterhin als Symbol des Rassismus bezeichnete.

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Mit einem ähnlichen Vorwurf sieht sich auch die Schokoladenmarke Sarotti konfrontiert - das Männchen mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett steht in den sozialen Medien ebenfalls in der Kritik.

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Und natürlich hat auch die "Mohrenkopf"-Debatte hohe Wellen geschlagen. Nach Protesten hat das Schweizer Handelsunternehmen Migros bereits gehandelt und die Süßigkeit der Marke Dubler aus seinen Regalen entfernt.

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Autor: W&V Redaktion

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