Marken-Case:
"Recruiting muss wieder persönlicher werden"

Mit dem "Accenture Lift Off! Unplugged @ Zermatt" wurde Accenture "Employer Brand of the Year" beim German Brand Award. Die Teilnehmer erlebten dort einen Real Life Business Case - bis auf's Matterhorn.

Text: Julia Gundelach

Für das Recruiting-Event bekam Accenture eine von zwölf "Best of Best"-Auszeichnungen
Für das Recruiting-Event bekam Accenture eine von zwölf "Best of Best"-Auszeichnungen

Während eines zweitägigen Recruiting-Events wurden die Teilnehmer von Accenture durch einen Real Life Business Case geführt: Auf ihrer Reise von Zürich nach Zermatt, auf das Matterhorn und zurück, sollte der gesamte Design Thinking-Lifecycle für sie erlebbar werden. Gekrönt wurde das Event von dem Musikfestival Zermatt Unplugged mitten in einem atemberaubenden Alpen-Panorama, wo die Kandidaten sich vernetzen konnten. Marketingleiterin Anja Haubelt erklärt, welche Erkenntnisse das Event gebracht hat.

Frau Haubel, welche Ergebnisse und Erkenntnisse hat das Recruiting-Event geliefert?

"Das Event hat uns im Grunde darin bestätigt, was wir schon geahnt haben: Recruiting muss (wieder) persönlicher werden. Das Lift Off! ist Teil unserer Recruitainment-Reihe, mit der wir auf genau das abzielen: Bei Workshops, Teamarbeit und Challenges gepaart mit Networking, Spaß und Nervenkitzel können Teilnehmende uns, unsere Arbeit und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Accenture in einer lockeren Atmosphäre kennenlernen. Auf der anderen Seite bekommen wir durch solche Events natürlich auch ein viel stärkeres Bild von den Kandidaten und Kandidatinnen – Wie reagieren sie im Team? Was sind ihre Fähigkeiten und Stärken? In welchen Rollen können wir sie uns in unseren Projektteams vorstellen? Was die Teilnehmenden neben einer einmaligen Erfahrung, emotionalen Momenten und neuen Bekanntschaften mitnehmen, ist ein Eindruck, den wir auch für unser Beraterleben bei Accenture vermitteln wollen: Es wird nicht langweilig. Und dass die Nachfrage nach den begrenzten Teilnahmeplätzen riesig war, zeigt uns, dass wir den Nerv der Zielgruppe treffen – und genauso weitermachen sollten."

Stichwort Markenerlebnisse: Wie und womit gelingt es einem Beratungsunternehmen im Recruiting potenzielle Mitarbeiter zu überzeugen und zu begeistern?

"Wir setzen auf Cultural Fit: Wir suchen nach Talenten, die ideal zu uns passen und bei denen wir davon überzeugt sind, dass es menschlich zusammengeht und wir gemeinsam erfolgreich sein können. Und weil uns das so wichtig ist, haben wir unsere Recruitingstrategie angepasst. Neben der Automatisierung und Vereinfachung von Systemen und Prozessen, wird die Hyperpersonalisierung und insbesondere ein Recruitainment-Ansatz immer wichtiger. Um die Candidate Experience zu einer besonderen zu machen, sind eben Formate wie das Lift Off oder die Night of Now ein neuer Weg, mit dem wir die KandidatInnen überraschen. Denn dabei steht nicht immer das Unternehmen selbst im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Erlebnis in der Gruppe und im Team sowie ein Kennenlernen auf Augenhöhe. Die Teilnehmenden lernen uns anders kennen und wir die potentiellen Bewerber und Bewerberinnen – in einem ungezwungenen Rahmen, viel näher an den Personen und nicht in einem formalisierten Bewerbungsprozess. Wir denken, dies kann nachwirken und bleibt anders in Erinnerung."

Was waren und was sind in Bezug auf das Recruiting in Ihrem Unternehmen bei der Markenführung die größten Herausforderungen?

"Das wichtigste bei einer Arbeitgebermarke ist, dass sie authentisch ist – nach innen und außen. Wie wir uns im Recruiting oder auch allgemein nach außen hin präsentieren, muss immer zu dem passen, was die Mitarbeitenden im Unternehmen auch tatsächlich erleben. Zeitgleich sollte die Markenführung sich auch an dem orientieren, was unsere Zielgruppen und zukünftige Generationen bei einem Arbeitgeber suchen. Es gilt also zu einem gewissen Grad agil zu bleiben. Regelmäßig sowohl nach innen ins Unternehmen als auch nach außen in unsere Zielgruppen zu hören, die Strategie regelmäßig zu hinterfragen und anzupassen – und zeitgleich den Kern unserer Marke beizubehalten und zu stärken."

Anja Haubelt ist Marketingleiterin bei Accenture.

Anja Haubelt ist Marketingleiterin bei Accenture.



Autor: Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.


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