Sortlist-Studie:
So drastisch beeinflusst Corona das Marketing

Im aktuellen Marketing-Barometer befasst sich der Agentur-Vermittler Sortlist mit den Folgen der Pandemie auf das Marketing. Veränderung ist danach unausweichlich, weil Stillstand Rückschritt bedeutet. 

Text: Stefan Schasche

Wie gravierend Corona das Marketing verändert, verrät eine Sortlist-Studie.
Wie gravierend Corona das Marketing verändert, verrät eine Sortlist-Studie.

In seinem letzten Marketing-Barometer im Januar berichtete die Vermittlungsplattform Sortlist von gravierenden Veränderungen in der Marketingwelt im Jahr 2019. Von einer zunehmenden Komplexität war dort die Rede sowie von einer Spezialisierung der Aufgaben. All das hat sich durch die aktuelle Coronakrise mitsamt ihrer wirtschaftlichen Folgen nochmals dramatisch verschärft und beschleunigt, wie die aktuelle Ausgabe des Marketing-Barometers verrät. Zugrunde liegt diesem ein Vergleich der Zahl der Projekte, die 2019 bei der Sortlist eingereicht wurden, mit denen aus dem Zeitraum zwischen dem 9. und dem 22. März 2020. Die Veränderungen sind in vielen Sektoren massiv: Die Nachfrage nach Eventmarketing sank über alle Länder, in denen Sortlist aktiv ist, verglichen mit 2019 um 45 Prozent. Dazu sank die Nachfrage nach mobilen Apps um knapp 36 Prozent, die nach Online-Werbung um knapp 30 Prozent und die nach Grafikdesign um 13,5 Prozent.

Andere Ergebnisse in den Kernmärkten

In den Kernmärkten von Sortlist, zu denen neben Deutschland auch Frankreich, Belgien, Spanien und die Niederlande gehören, sieht das Ergebnis ein wenig anders aus. Hier leidet die Nachfrage nach mobilen Apps mit einem Rückgang um nahezu 67 Prozent am meisten, gefolgt von Grafikdesign (32,88 Prozent), Events (30,41 Prozent) sowie Branding & Positionierung (29,71 Prozent). Auch die Investitionen in Online-Werbung sind in der derzeitigen Krisenzeit verständlicherweise rückläufig. Das Minus beträgt hier nahezu 29 Prozent. Was den Rückgang der Nachfrage nach mobilen Apps betrifft, so führt Sortlist diesen auf die Priorisierung von E-Commerce und digitaler Strategie zurück, unter der spezifische Expertisen wie eben die Entwicklung mobiler Apps nun zu leiden haben.

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Doch wo es Verlierer gibt, da finden sich auch Sieger. Zu denen gehört in den Kernmärkten vor allem die Content-Strategie mit einem Plus von 45,95 Prozent. Auch Webanwendungen (plus 38,51 Prozent), PR (plus 35,78 Prozent) und Digitalstrategien (plus 29,99 Prozent) sind während Corona sehr viel gefragter als davor. Den gravierenden Anstieg bei der Nachfrage nach Content-Strategie erklärt Sortlist mit der zusätzlichen Zeit, die Menschen angesichts von Ausgangseinschränkungen und Geschäftsschließungen vermehrt daheim vor dem Rechner verbracht haben und weiter verbringen.

Diese Marketing-Sektoren sind die Gewinner und Verlierer in den Sortlist-Kernmärkten.

Welche Lehren daraus zu ziehen sind

Bereits vor der Corona-Krise beobachtete Sortlist eine Verlangsamung des traditionellen Offlinehandels und eine Beschleunigung der digitalen Transformation. All das hat sich nun nochmals beschleunigt und Unternehmen sehen sich gefordert, die digitale Umstellung mit noch mehr Vehemenz voran zu treiben als zuvor. Gleichzeitig sind kurzfristige Strategien zur Überwindung der Krise gefragt, zu denen PR-Maßnahmen oder effektivere Webanwendungen gehören, während langfristige Aufgaben wie die Verbesserung des Grafikdesigns oder das Branding weniger gefragt sind. Sortlist erkennt hier also einen geänderten Fokus auf Kurzfristigkeit, Pragmatismus, Effizienz und eine höhere Sichtbarkeit im Web. Gewinner ist, wer die Nachfrage in diesen Bereichen decken kann. Zu den Verlierern gehören dagegen diejenigen, die sich nicht schnell genug an diese neuen Anforderungen anpassen und ihrem alten und weniger gefragten Geschäftsmodell weiter treu bleiben.

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