Studie PR-Trendmonitor :
Content Marketing: Wunsch und Wirklichkeit

Fast drei Viertel der Unternehmen betreiben Content Marketing oder planen es zumindest. Behaupten sie. Fragt man sie aber nach strategischen Zielen oder der Umsetzung, fallen die Antworten eher nebulös aus. Und eine kleine Minderheit gibt zu, komplett ahnungslos zu sein.

Text: W&V Redaktion

- 4 Kommentare

Die wahrscheinlich ehrlichste Antwort zuerst: Drei von 100 Pressesprechern wissen nicht, was sie "hauptsächlich mit Content Marketing erreichen wollen". Das geht aus einer Sonderauswertung des PR-Trendmonitors 2015 für W&V hervor. Die jährliche Studie ist eine Gemeinschaftsproduktion der dpa-Tochter News Aktuell und des Marktforschers Faktenkontor. Befragt wurden 357 Pressestellen, die Content Marketing betreiben oder planen. Die häufigste Antworten auf die Frage

"Was wollen Sie hauptsächlich mit Content Marketing erreichen?"

klingen eher nebulös: 44 Prozent wollen "Relevanz erzeugen", 41 Prozent möchten mit Content Marketing das "Image verbessern" und ebenso viele ihre "Kunden stärker binden" (die Befragten durften bis zu drei Antworten geben).

Das alles klingt eher nach Phrasenschwein als nach Revolution. Nur jeder Zehnte kann sich vorstellen, Werbung durch Content Marketing zu ersetzen. Und dass Content Marketing die Social-Media-Aktivitäten des Unternehmens unterstützen und das User-Engagement steigern kann, das ist gerade einmal für 16 Prozent wirklich relevant.

Dabei scheint Content Marketing in der Agenda der Unternehmen weit oben zu stehen. Über die Hälfte von 488 teilnehmenden Pressestellen gab an, Content Marketing zu betreiben und weitere 22 Prozent "planen es". Noch größer als die Nachfrage ist übrigens das Angebot der PR-Agenturen: 60 Prozent sind bereits aktiv, weitere 15 Prozent wollen in den Markt einsteigen.

In eine eigene Abteilung für Content Marketing investieren aber nur neun Prozent der Unternehmen. Fast die Hälfte hat das Thema im Marketing angesiedelt, 37 Prozent in der Pressestelle und bei drei Prozent der bereits aktiven Unternehmen kam die erfrischende Antwort "Weiß nicht".

Mehr zum Thema Content Marketing erfahren Sie übrigens auf der Marketing Convention 2015. Die neue W&V-Konferenz für Marketingentscheider findet am 16. Juni in München statt. Hier finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Buchung.


Autor:

W&V Redaktion
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4 Kommentare

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Werner Pliegl 2. März 2017

Die Telekom betreibt zwar Storytelling. Allerdings hat das nicht gleich was mit Content Marketing zu tun. Bereits der erste Werbespot (Persil,1950er) hat eine Geschichte erzählt...

Aus meiner Sicht ist die Studie auch an der falschen Stelle angesetzt. In der Praxis sind die Content Marketer wohl eher im Marketing zu finden. Auch wenn dabei PR-Fertigkeiten z.T. eine Rolle spielen.

Werner Pliegl 2. März 2017

Eine Quote von 97 % die wissen was zu tun ist, ist doch ganz ordentlich...

Für Redakteure haben wir ein kostenloses Tool online gestellt, mit welchem man die wichtigsten Fragen zu verschiedenen Themen analysieren kann - also das, was die User bei Google zu diesem Thema abfragen. So kann man den perfekten Content für seine User erstellen: http://www.w-fragen-tool.com

Werner Pliegl 2. März 2017

Ich frage mich, wie man auf den Gedanken kommen kann, dass diese Telekom-Familie "Content Marketing" sei. Sind das nicht endlose Fernsehs-Werbespots als Sequels verpackt und ins Internet gestellt. Oder täusche ich mich da? Sehr sehr old school - wie ich finde. Schade.

Werner Pliegl 2. März 2017

PR wirbt nicht. Studie bei Werbern anlegen.

3 von 100? Das bedeutet 97 Prozent der Pressesprecher wissen welche Ziele sie mit "Content Marketing" verfolgen wollen. Ist doch in Ordnung?

Relevanz erzeugen, Image verbessern, Kunden binden. Das ist nicht nebulös. Es ist die Aufgabe von Pressearbeit und Public Relation, Beziehungen zu pflegen auf einer mittel- bis langfristigen Basis und das mit Inhalten.
Natürlich wollen PR- und Pressemenschen Inhalt nicht durch Werbung ersetzen oder umgekehrt. Das wäre Orangen mit Äpfeln tauschen. Da hat die Studie die Falschen befragt.
Die Umfrage zum Thema "Content Marketing" hätte bei Werbeagenturen und in Marketingabteilungen angesetzt werden sollen, wenn es darum geht, wie Produkte über mehr "Inhalte" abgesetzt werden können.
Täten das Presse- und PR-Leute, kämen diese leicht auf die Ebene der Schleichwerbung und da gibt es klare Grenzen. So besagt der Kommunikationskodex der Deutschen Rates für Public Relations (DRPR): "PR- und Kommunikationsfachleute respektieren die Trennung redaktioneller und werblicher Inhalte und betreiben keine Schleichwerbung. Näheres regelt die DRPR Richtlinie zur Schleichwerbung."

Dorothea Neitzel DPRG
PR Senior-Beraterin
ProSeo Consulting GmbH

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