Zukunftsszenario:
Virtual Commerce: Shoppen besser als im Laden

So sieht das Shopping-Erlebnis der Zukunft aus: In den Laden eintreten, ausprobieren, informieren und kaufen - wann immer man möchte. Manchmal auch direkt vom Laufsteg einer Fashion-Show.

Text: Irmela Schwab

Shoppen per VR - fast wie im richtigen Leben
Shoppen per VR - fast wie im richtigen Leben

Einkaufen wo und wann immer man will - das ist ein reizvoller Gedanke. Noch besser, wenn man die Produkte vor dem Kauf ausprobieren kann wie beim Virtuellen Commerce. Doch gibt es da noch ein paar Probleme, die stören. Darunter das Scannen, Erfassen und die realitätsgetreue Wiedergabe von Produkten, die soziale Interaktion und die umfassende Produkterklärung. 

Wie die Lösung dafür aussehen könnte, präsentierten Händler und VR-Dienstleister auf einem Innovations-Event in Los Angeles. Veranstaltet wurde die Ausstellung rund um die Zukunft von VR von Walmarts Technologie-Inkubator Store No 8 gemeinsam mit Accenture und Arianna Huffingtons Initiative Thrive Global.

Der britische Händler Bonobos zeigt, wie über volumetrische Video-Technologie photorealistische Hologramme von echten Menschen entstehen. Zum Beispiel können Menschen dadurch mit dem Bonobos Guide interagieren, um virtuelle Shirts von der Stange auszuwählen und die Größe mithilfe eines Hologramms zu probieren. Kunden können dabei den Stoff aus nächster Nähe begutachten und ein Gefühl für die passende Größe bekommen. Heraus kommt ein Shopping-Erlebnis, das dem wahren Leben immer näher kommt - und damit auch die Reviews verbessert.

ModCloth wiederum experimentiert mit photorealistischen 3D-Bildern auf dem Smartphone. Über die Technologie-Plattform des US-Händlers können Konsumenten mit ihrer eigenen Handy-Kamera Produkte scannen, die Erfahrung festhalten und somit eigenen Content erstellen. Indem Bilder dreidimensional gespeichert werden, können Produkte intensiver erlebt werden - genauso fast wie im Laden selbst.

VR ist selbst dazu in der Lage, die Identität der gesamten Marke darzustellen. Das beweist der amerikanische Luxus-Retailer Rebecca Minkoff, der über seine VR-Plattform interaktive Geschäftsumfelder abbildet. Das spiegelt die Markenwelt in einer ganz neuen Qualität - und stellt damit die flachen E-Commerce-Webseiten in den Schatten. Und in gewisser Weise den physischen Laden selbst: Denn über VR können Kunden nicht nur Produkte dreidimensional in ihrem gebrandeten Umfeld erlebt werden: Sie können auch eine Modeschau miterleben und direkt vom Laufsteg weg anprobieren und kaufen.

Dass sich Kunden, während sie sich durch Produkte stöbern, mit anderen vernetzen können, dafür sorgt Nurulize. Über die Technologie des VR-Anbieters können Produkte oder Umgebungen importiert, bearbeitet und in einem virtuellen Raum gestreamt werden - von jeder Datenquelle aus. 

Was müssen Händler tun, um den Kunden völlig vom Produkt zu überzeugen? Sie müssen Vertrauen schaffen - so hat das Specular Theory für Families und Babies (FAB) gemacht. Um eine vertrauensvolle enge Beziehung wischen Konsument, Produkt und Händler herzustellen, setzt der VR-Dienstleister auf die Kombination von VR, AR und AI. Darüber können Shopper Produkte virtuell auf Sicherheit testen. Dabei versorgt FAB seine Kunden mit Informationen zu typischen Kindsunfällen und gibt altersgerechte Produktempfehlungen ab. Einkaufen wird damit mit ausführlichen Erläuterungen verbunden, um Probleme zu lösen.


Autor:

Irmela Schwab
Irmela Schwab

ist Autorin bei W&V und LEAD digital. Die studierte Germanistin interessiert sich besonders dafür, wie digitale Technologien Marketing und Medien verändern. Dazu reist sie regelmäßig in die USA und ist auf Events wie South by Southwest oder der CES anzutreffen. Zur Entspannung macht sie Yoga und geht an der Isar und in den Bergen spazieren.


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