Ein Vorteil aus Sicht des Werbetreibenden ist, dass die User der Marke oder dem Unternehmen aktiv folgen, bzw. dieses in der Kontaktliste haben müssen. Das heißt im Umkehrschluss, dass man auf ein vergleichsweise hohes Interesse und Involvement des Nutzers schließen kann. Auch die durch das zeitlich begrenzte Erscheinen der News entstehende "Verknappung" des geteilten Inhalts kann die Aufmerksamkeit des Empfängers erhöhen, da er weiß, dass die Nachricht im nächsten Moment verschwunden sein wird.

Wie bei anderen visuell getriebenen Plattformen (z.B. Instagram) schafft auch bei Snapchat der Visual Content einen emotionalen und direkten Kontakt mit der Zielgruppe. Allerdings setzt dies ein durchdachtes Storytelling-Konzept voraus. Auch die Möglichkeit, Nachrichten mit Emojis oder quasi handschriftlichen Notizen und Verzierungen zu versehen, lassen die geteilten Inhalte im Vergleich zu eher klassischen Werbeanzeigen authentisch und persönlich erscheinen. Die US-Fastfood-Kette Taco Bell zeigt auf diese Weise zum Beispiel neue Wochenmenüs – auf eine echte und natürliche Art, ganz anders als in unrealistisch gephotoshopten Abbildungen.

Weiterer positiver Nebeneffekt: Öffnet der Nutzer eine Markenbotschaft, öffnet sich diese sofort im Vollbildmodus. Auch verschwinden die geteilten Inhalte nicht in einem nie endenden Chronik-Stream, sonder landen direkt per Push-Nachricht im Blickfeld des Empfängers.

Der Aspekt, dass einmal geöffnete Inhalte nur kurz sichtbar sind, lässt sich hervorragend für Aktionen und Gewinnspiele nutzen, etwa in Form von "Finde den Fehler"-Wettbewerben oder Aufrufe an die Follower, einen Snap von einem bestimmten Produkt einzusenden und sich damit einen Gutschein zu sichern. Weitere beliebte Einsatzmöglichkeiten sind Trailer, Teaser, Behind-the-scenes-Aktionen oder Mitarbeiter-Vorstellungen per Selfies.

Fazit:

Snapchat ist erst noch dabei, sein Geschäftsmodell zu entwickeln. Trotzdem verfügt die App über Millionen intensiver Nutzer. Damit ist der Kanal sicher (noch) nicht Teil oder gar Kern einer jeden Social-Media- und Content-Strategie, kann jedoch gewissermaßen als "Testfeld" für spezielle Aktionen und eine neue Form des Dialogs mit dem User genutzt werden. Insbesondere sehr junge Zielgruppen lassen sich durch Snapchat-Kampagnen erreichen.

Paolo Anania, Chef der Digitalagentur und Strategieberatung Granpasso, ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.  



Autor: Paolo Anania

Paolo Anania ist Gründer und CEO von Granpasso, einem Düsseldorfer Full-Service Dienstleister für digitale Transformation. Das Hybridunternehmen aus Strategieberatung und Digital-Agentur berät internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen auf dem Weg in und durch die digitale Welt. Als Vorstandsmitglied beim Bund Junger Unternehmer – BJU Düsseldorf-Niederrhein kümmert sich Anania zudem in besonderer Weise um Startups aus der Region und unterstützt Neugründer mit seinem Knowhow.