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Agenturen finden immer schwerer Nachwuchs
© Foto:Kolle Rebbe

GWA-Studie | | von Markus Weber

Agenturen finden immer schwerer Nachwuchs

Für die Werbebranche wird es immer schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Dies gilt vor allem für die Bereiche Strategie, Text und Online. Leichter tun sich die Agenturen dagegen im Bereich Art Direction. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Nachwuchsstudie des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA), in deren Rahmen sämtliche Mitgliedsagenturen befragt wurden.

Quelle: GWA

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Über 70 Prozent der Agenturen setzen bei Berufseinsteigern einen Master- oder Bachelorabschluss voraus. Dabei rekrutieren die Werbeagenturen ihren Nachwuchs vor allem aus den drei Bereichen Kommunikations- oder Medienwissenschaften, Design/Kunst beziehungsweise Wirtschaftswissenschaften. Bei letzteren konkurrieren die Agenturen dabei massiv mit anderen Branchen, die in der Regel bessere Gehälter anbieten können.

Quelle: GWA

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Bedenklich ist: Nur 59 Prozent der Agenturen verfügen über ein Budget für Hochschulmarketing (dazu gehören u.a. Kooperationen, Vorträge, Messen/Kongresse, Lehraufträge) - 41 Prozent verzichten dagegen ganz auf derlei Maßnahmen. Ein Vorurteil widerlegt die Studie allerdings: nämlich das, nach dem Berufseinsteiger in Agenturen überwiegend mit befristeten Verträgen Vorlieb nehmen müssen. Auf die Frage, ob typischerweise unbefristete Verträge für Berufseinsteiger vergeben werden, antworteten 70 Prozent der Agenturen mit "ja".

Quelle: GWA

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Welche Rolle befristete Verträge bei den Nachwuchsproblemen spielen, erklärt GWA-Manager Ralf Nöcker im Gespräch mit der W&V. Mehr zum Thema "Grenzen der Flexibilität" gibt es in der aktuellen Ausgabe (S. 58f.)

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Nachwuchsprobleme in Agenturen: "Werbung ist komplett out"

von Anja Janotta

Kunden, die zu viel mitbestimmen, mangelnde kreative Freiheit - die jungen Studenten zieht es weniger in die Werbung. Design-Professorin Anette Scholz, Mit-Gründerin von Scholz & Volkmer, zeigt auf, warum die Agenturen Nachwuchsprobleme haben und wo die Knackpunkte sind. Sie lehrt an der Hochschule Burg Giebichstein Design digitaler Produkte und ist Mitherausgeberin des "Jahr der Werbung".

"Werbung ist komplett out", sagt sie, als Arbeitsfeld langweile die Werbung ihre Studenten. Sie sei viel zu eindimensional. Gerade Multimedia-Arbeiter wollten nicht so eingleisig denken. Sie habe festgestellt, sagt Scholz, dass es für die Studenten schwierig sei, "sich in den Dienst von irgendjemanden oder irgendwas zu stellen." Geld sei für den Nachwuchs tatsächlich zurzeit eher zweitrangig, viel wichtiger sind für die Studierenden, etwas Sinnvolles zu tun.

Das Interview, das sie dem "Jahr der Werbung" gegeben hat, gibt es in voller Länge hier:

von Anja Janotta - Kommentare Kommentar schreiben