Stadtmarketing | | von Markus Weber

Düsseldorf-Kampagne: Plagiats-Vorwurf gegen BBDO Proximity

Ein "Smiling :D" hatte BBDO Proximity als Key Visual für das künftige Düsseldorf-Stadtmarketing entwickelt. Am Montagabend war die neue Dachmarke im Düsseldorfer Rathaus in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dirk Elbers und BBDO-Proximity-Chef Frank Lotze der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Doch schon kurz nach der Präsentation hagelt es Kritik. Die Düsseldorfer Networkagentur muss sich Plagiatsvorwürfe anhören. Denn schon vor vier Jahren war beim Nachwuchswettbewerb des New Yorker ADC eine Dänemark-Kampagne, die auf derselben Idee basiert, mit einem Preis ausgezeichnet worden.

Bei der Ausschreibung des Etats zur Entwicklung einer neuen Düsseldorf-Dachmarke hatten sich 66 Agenturen aus ganz Deutschland beteiligt. Am Ende wurden fünf Agenturen - allesamt aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt - zum Pitch eingeladen.

 

Düsseldorf-Kampagne: Plagiats-Vorwurf gegen BBDO Proximity

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Update: Plagiats-Vorwurf gegen BBDO Proximity

von Markus Weber

Bei der Smiley-Kampagne ":Denmark" aus dem Jahr 2008 handelte es sich um eine Wettbewerbsarbeit ohne offiziellen Kundenauftrag. Die Arbeit von Trollbäck + Company führte nun dazu, dass sich die Entwickler der neuen Düsseldorf-Dachmarke Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sehen. Die US-Agentur Trollbäck + Company hat ihren Sitz in New York, ist aber mit ihrer Züricher Niederlassung auch in Europa präsent.

Die Meldung von W&V Online, dass Dänemark bereits vor vier Jahren mit einem "Smiley :D" geworben hat, war in Bezug auf diese Information leider nicht richtig. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen.

Die neu entwickelte "Smiling :D"-Dachmarke der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf (siehe Abbildung oben) war schon kurz nach ihrer offiziellen Präsentation im Internet auf Kritik gestoßen. Der Vorwurf in Richtung der Agentur BBDO Proximity lautete: Ideenklau.

 

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Top-Kreative über Dubletten in der Werbung

von Markus Weber

Die einfachen und naheliegenden Ideen sind nicht selten auch die richtigen. Aber beweist eine Kreativagentur in einer neuen Kampagne tatsächlich radikalen "Mut zur Einfachheit", bietet sie damit auch viel Angriffsfläche. Bester Beweis: die "Smiley-Affäre" rund um die neue Düsseldorfer Dachmarke - entwickelt von der ortsansässigen Agentur BBDO Proximity.

Naheliegende Ideen bergen immer die Gefahr in sich, dass sie so oder in ähnlicher Form vielleicht irgendwo bereits Verwendung gefunden haben - sei es in Form der Smiley-:D-Bierdeckel in der kroatischen Stadt Dubrovnik (von Lega-Lega) oder bei einem New Yorker ADC-Nachwuchswettbewerb (Dänemark-Kampagne der Agentur Trollbäck + Company).

 

 

Dublette, Plagiat, Ideenklau? Peinlich ist es immer für eine Agentur, wenn ihre Idee zuvor bereits mehrfach umgesetzt wurde. Deshalb stellt sich die Frage: Wie sollte man als Kreativer mit naheliegenden Ideen umgehen? W&V Online hat sich in der Branche umgehört.

 

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Smiley-Affäre: Jetzt äußert sich der Düsseldorfer OB

von Markus Weber

Die Stadt Düsseldorf hält am "Smiling :D" als neue Dachmarke fest. Das machte Oberbürgermeister Dirk Elbers in einem Interview mit der "Rheinischen Post" deutlich: "Man kann es auch positiv sehen - wir haben einen enormen Aufschlag, das Logo kennen jetzt viele im Land", sagte der OB der Zeitung aus der Landeshauptstadt.

Weiter meinte Elbers: "Gerade die Einfachheit des Logos und die Verbindung mit dem bekannten Emoticon ist bestechend. Man musste damit rechnen, dass es irgendwo schon mal verwendet wurde. Ich finde es nur etwas unglücklich, dass BBDO uns diese wenigen Beispiele nicht gezeigt hat." Zugleich verweist er darauf, dass das Emoticon von anderen Städten und Regionen nicht als Dachmarke verwendet werde.

Der Kreativ-Geschäftsführer Christian Mommertz von der kritisierten Agentur BBDO Proximity vergleicht das Emoticon mit "Mark Zuckerbergs 'Like'-Daumen, der schon immer Zustimmung nahelegte" oder dem Herz von Edeka, "das seit Jahrhunderten Liebe nahelegt."

"Aus guten, einfachen, richtigen Ideen werden im Nachhinein oft, begleitet von kopfschüttelnden Seufzern, die 'naheliegenden': Was naheliegt, liegt für alle zum Greifen nah. Und wenn mehr als einer das nötige Talent hat, es zu sehen und danach zu greifen, ist das ein gutes Zeichen", meint Mommertz gegenüber W&V Online. Zugleich kontert er die geäußerte Kritik: Eine Angriffsfläche böten jene, "die es versäumen, das Naheliegende hinzukriegen. Das Zwingende, Notwendige und Funktionale darin zu sehen. Und es in einen sinnvollen und wertschöpfenden Kontext zu stellen."

Gleichzeitig äußert sich Jakob Trollbäck, der Vater hinter der vor vier Jahren beim New Yorker ADC prämierten Dänemark-Kampagne gegenüber W&V Online: "Es ist wohl kaum möglich, einen absoluten Besitzanspruch auf gute Ideen zu erheben - zumal bei solchen, die auf der Hand liegen. Aber natürlich gehört zum kreativen Prozess auch ein kleines bisschen Eitelkeit. Deshalb wünschen wir uns, dass anerkannt wird, dass wir mit dem ":D" früher dran waren", so der Chef und Gründer der Agentur Trollbäck + Company. Zugleich räumt er noch einmal ein, dass es sich bei der Kampagne um eine reine Wettbewerbsarbeit ohne offiziellen Kundenauftrag handelte.

Die Entwicklung der neuen Düsseldorfer Dachmarkenkampagne soll 150.000 Euro gekostet haben. Neben BBDO Proximity war bei der Entwicklung auch die Brandingagentur Metadesign beteiligt.

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