Video
Stephan Enders: "Aufbruchstimmung in einem Markt der Innovationen und Disruptoren."
Stephan Enders: "Aufbruchstimmung in einem Markt der Innovationen und Disruptoren." © Foto:Serviceplan

Messe-Fazit von Stephan Enders | | von einem W&V Leserautor

"Im Internet of Things ist noch reichlich Platz für gute Konzepte"

Stephan Enders, seit November 2015 Head of Mobile der Plan.net Gruppe, fuhr Anfang Januar zur Technikmesse CES nach Las Vegas. In seinem Fazit fasst er zusammen, was er mitgenommen hat und warum sich der weite Weg für Agenturen durchaus lohnt.

Warum der Besuch der CES doch eine gute Idee ist!

Mehr als 3.800 Aussteller und über 170.000 Besucher konnte die CES, die Consumer Electronics Show, dieses Jahr zählen. Hinzu kamen Keynotes von Unternehmen wie Netflix, Samsung und IBM. Die Messe in Las Vegas ist das weltweit größte Schaulaufen der Consumer-Electronics-Branche. Wer etwas auf sich hält und ein neues Produkt, eine neue Technik oder sei es nur eine neue verrückte Spielerei vorstellen will, macht es dort.

Doch gleichzeitig stimmt es auch, wenn man als Fazit in diesem Jahr sagt: allein um die einzelnen Exponate live zu sehen, hätte man nicht zwingend die lange Anreise auf sich nehmen müssen. Es sind eher Weiterentwicklungen, als wirklich neue, atemberaubende Produkte. Und wenn einen etwas in den Bann gezogen hat, waren es vor allem doch eher Studien. Wie interaktive Küchen, der VW Budd-e, ein großartiger neuer Screen von Panasonic, der in eine Regalwand eingebettet war, auf Knopfdruck komplett unsichtbar wurde und lediglich eine Scheibe mit schönen Vasen dahinter zurückließ. Oder ein Kleiderschrank, in den man seine Wäsche wirft, die dann automatisch gefaltet wurde. Zumindest in der Theorie echt super. Aber eben nur Studien.

Warum es sich dennoch lohnt, liegt weniger an den einzelnen Produkten, die dort vorgestellt werden. Vielmehr ist es das Gefühl, dass man von einer solchen Veranstaltung mitnimmt – für Strömungen, für den Stand der Dinge und dafür, welche Relevanz welche Technologien möglicherweise schon bald haben werden.

Für mich waren weniger die einzelnen Leuchttürme aus den Bereichen Virtual und Augmented Reality, Wearables oder Connected Everything – angefangen beim Zuhause, über das Auto bis hin zur vernetzten Spielzeugente – entscheidend. Das kann man in der Tat viel bequemer der einschlägigen Fachpresse in einer kurzen Zusammenfassung entnehmen. 

Es ist mehr der Eindruck zwischen den Zeilen: Nachdem man diesen Technologiefeldern lange nur – mit Recht – ein Nischendasein zugesprochen hat, ist mittlerweile das Angebot allgegenwärtig. Vor allem Vernetzungsinstrumente werden gerade aus der Nische heraus in den Markt gedrückt. Nicht mehr nur die Nerds lassen ihre Glühbirne zuhause mit der App dimmen, auch Max Mustermann steht jetzt vor dem Smart Home Regal, in dem das Angebot nun nicht mehr übersehbar ist und auch nicht mehr unerschwinglich sein wird. Die Masse macht´s.

Auch für uns als Kommunikationsbranche wird das Auswirkungen haben – wenn nun das Internet der Dinge tatsächlich in unserem Leben ankommt, wenn jetzt alles vernetzt wird, und wenn wir gleichzeitig attestieren müssen, dass das auch an der Werbung nicht spurlos vorbei gehen wird.

Stellen wir uns also darauf ein, dass alles kommunizieren kann.

Aber: Es wird nur in dem Maße kommunizieren, wie es der Verbraucher künftig zulässt.

Der Nutzer wird immer mehr Kontrolle darüber übernehmen wollen, welche Botschaften und Inhalte ihn erreichen. Oder er will zumindest das Gefühl der Kontrolle haben. Werbung wird als solche dann oftmals gar nicht mehr wahrgenommen. Vorreiter sind etwa InGame-Ads oder Product Placements in Spielen. In der Mobile-Marketing-Welt sollte man ohnehin schon immer gefragt haben: Wo steckt der Mehrwert? Und rechtfertigt dieser die Investitionen für Absender wie auch für den User.

Für uns bedeutet das: Advertising as a Service und Digital Products and Services werden in naher Zukunft zentrale Medien und Formate sein. 

Nachdem eine ganze Generation in den Boom-Zeiten des stationären Webs mit kostenlosem Online-Content "verdorben" wurde, wächst eine neue Generation ohnehin schon mit digitalen Bezahlwelten auf: Games, Spotify, Netflix, Apple iTunes, um nur einige Beispiele zu nennen. Ist der Inhalt gut, wird bezahlt. Marken können sich in dieser Welt neue digitale Erlösquellen erschließen. Im Internet of Things (IoT) ist ebenfalls noch reichlich Platz für gute Konzepte. Dabei muss es nicht immer die Mega-Innovation sein. Oftmals wird die neue Einsatzmöglichkeit oder die Kombination verschiedener, bestehender Lösungen schon einen Produktvorteil generieren – oder ein besonders nutzerfreundliches Interface. Auch diese neuen Chancen konnte man auf der CES an jeder Ecke wittern. Aufbruchstimmung in einem Markt der Innovationen und Disruptoren.

Agenturen, die dies erkannt haben, haben auch morgen die Nase vorn. Aufgestellt sind sie als Markenpartner ohnehin sehr gut für diese neuen Herausforderungen. Als Zielgruppen-Analysten, Technologie-Spezialisten und Kreative bringen Sie das perfekte Setup für die Gestaltung der vernetzten Kommunikation der Zukunft mit. 

Auch Achtung-Chef Mirko Kaminski kam mit vielen Eindrücken aus Las Vegas zurück. Als Videoblogger hielt er einige davon für W&V Online fest. 

Die CES in drei Minuten

Die schrägsten Gadgets

Die Roboter kommen

"Im Internet of Things ist noch reichlich Platz für gute Konzepte"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht