Und das übrigens schlichtweg nur durch die Kombination von bereits Vorhandenem: AR, Smartphones, GPS und japanische Taschenmonster. Das zeigt mal wieder, dass wahre Innovation nicht notwendigerweise aus der Erfindung von etwas Neuem entsteht sondern auch aus einer neuen Anwendungsart, die ein bestehendes Problem löst – beziehungsweise in diesem Fall einen bestehenden Spieltrieb befriedigt.

Dieser Spieltrieb der Menschen hat dafür gesorgt, dass die Hürde zur Adaption der Augmented Reality gefallen ist. Und damit tun sich für Marken auch neue Chancen auf, die Technologie für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Marken sollten überlegen, welche Möglichkeit der Inszenierung von Services und Erlebnissen ihnen Augmented Reality und GPS-Targeting bieten kann. Das kann reichen von Rabattcoupons, die nur im direkten Umfeld von bestimmten Restaurants zu finden und dort einzulösen sind, über zusätzlich abrufbare Information bei erklärungsbedürftigen Elektronikprodukten im Store bis hin zu inspirierendem Content bei Lifestyle-Produkten. Hauptsache die Marken machen ihre eigenen Geschichten erlebbar – und nicht nur die von Glurak und Pikachu.

Dann wird der Konsument vielleicht am Ende denken "Ach ja, das Prinzip kenn' ich doch von meiner Pokémon Go App" - und nicht: "Lass mich in Ruhe, ich bin hier um Monster zu fangen und nicht an deiner Werbung interessiert."

Über den Gastautor:

Sebastian Strubel ist seit Anfang 2011 bei Leo Burnett und seit März 2016 Head of Strategy. Er ist unter anderem auf nationaler und internationaler Ebene für die Philip-Morris-Marken Marlboro und L&M sowie verschiedene New-Business-Projekte verantwortlich. Des Weiteren begleitet er eine Reihe von Start-ups bei ihrem Markenaufbau.


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W&V Leserautor

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