Vertrauen im Team 

Um so intensiv mit Kolleginnen und Kollegen zusammen zu arbeiten und zu leben, bedurfte es eines Höchstmaßes an gegenseitigem Respekt, Offenheit, Selbstreflektion und der Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu artikulieren und die der anderen zu akzeptieren. Wir haben gemerkt, dass wir bei der Arbeit in Kleinteams am effizientesten vorankamen. Dafür war es unabdingbar, sich wechselseitig aufeinander zu verlassen und auf den Ergebnissen der anderen aufzubauen. Doch das Vertrauen erstreckte sich nicht nur auf unsere beruflichen Herausforderungen, sondern auch die persönliche Ebene, denn die Tore zwischen der kollegialen Welt und privatem Raum waren weit geöffnet. Als einer Kollegin das Smartphone gestohlen wurde – ihr wichtigstes Arbeits-, Kommunikations- und Orientierungswerkzeug – haben wir Geräte geteilt, damit sie weiterhin am digitalen Austausch in der Gruppe partizipieren konnte. Das illustriert beispielhaft, wie wir als Team in kürzester Zeit eine unglaublich starke Mentalität gegenseitiger Unterstützung entwickelt haben.

Nächtliches Abschlussfoto der WebSummit-Truppe

 

Vertrauen in sich 

Ein Projekt, in dem man sowohl die gewohnte Umgebung, als auch das vertraute Team, die eingefleischten Methoden und Themen verlässt, erfordert auch sehr viel Zutrauen zu sich selbst. Bei jedem von uns gab es einen Punkt temporärer Unzufriedenheit mit dem eigenen Beitrag zum Ganzen. Diese Momente schnell zu überwinden, hat in der Kürze der Zeit nur dank gegenseitiger Bestärkung und Wertschätzung funktioniert. Das Schöne an unserem Experimentierraum war ja gerade, dass jeder alle Methoden und Schritte ausprobieren konnte, auch wenn sich nicht jeder gleichermaßen damit wohlgefühlt hat. Am Ende trägt die Erfahrung dazu bei, dass wir uns unserer eigenen Stärken noch intensiver bewusst geworden sind – mit dem Anspruch, ein kleines bisschen über uns hinaus zu wachsen.

 

Vertrauen von Unterstützern 

Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Vertrauen der W&V Redaktion, die einem unbekannten Team für einen kurzen Zeitraum eine redaktionelle Spielfläche zur Verfügung gestellt hat. Zu Beginn der Reise war kaum abzuschätzen, welche Arbeitsfortschritte wir erzielen und ob wir tatsächlich substanzielle Erkenntnisse teilen können. Doch es gab das Vertrauen in unsere Idee. Das war Ansporn für uns, den Live Blog zum Web Summit zum Herzstück unserer Arbeit zu machen – trotz zusätzlicher Belastung, das eigene Tun nahezu stündlich zu reflektieren, jeden Schritt zu dokumentieren und nach erschöpfenden Arbeitstagen noch ein Statement in die Kamera zu sprechen. Wir sind dankbar, dass der Blog uns die Möglichkeit gegeben hat, viele Menschen bei unserem kleinen Experiment mitzunehmen. 

Neues Team, ungewohnte Arbeitsumgebung, eine Aufgabe aus einem meist fremden Themenfeld, neue Methoden, permanente Live Berichterstattung – was hätte da schon schief gehen können? Alles. Aber davon wäre die Welt auch nicht untergegangen. Das ist genau die Einstellung, die wir brauchen, um uns neu zu erfinden und dazu zu lernen. Dass wir trotz aller Unsicherheiten zu Ergebnissen gekommen sind, die uns alle stolz machen, ist einem Team unterschiedlichster Persönlichkeiten mit einer gemeinsamen Arbeitskultur zu verdanken, das Vertrauen erfahren hat. Und möglicherweise auch ein klein wenig dem Charme Lissabons.


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W&V Leserautor

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