Adage-Beitrag:
Wie Amir Kassaei das Agenturmodell neu erfinden will
Das klassische Agenturmodell hat ausgedient: Dies ist keine völlig neue Erkenntnis. In einem Gastbeitrag für das US-Magazin "Advertising Age" zeigt der weltweite DDB-Kreativchef Amir Kassaei nun drei Wege auf, um das Geschäftsmodell der Werbehäuser wieder auf eine tragfähige Basis zu stellen.
Das klassische Agenturmodell hat ausgedient: Dies ist keine völlig neue Erkenntnis. In einem Gastbeitrag für das US-Magazin "Advertising Age" zeigt der weltweite DDB-Kreativchef Amir Kassaei nun mögliche Wege auf, wie das Geschäftsmodell der Werbehäuser wieder auf eine tragfähige Basis gestellt werden könnte. Dabei betont Kassaei folgende drei, aus seiner Sicht entscheidenden Punkte. Erstens müssten die Agenturen begreifen, dass sie mit Strategieberatungen wie McKinsey und Technologiefirmen wie Google konkurrieren. Es gehe nicht um die Produktion von Werbekampagnen (damit lasse sich kein Geld verdienen), sondern einzig und allein darum, Produkten und Marken Relevanz und Bedeutung zu geben. Dass Werber bei jedem Pitch auf der Matte stünden und für immer weniger Geld immer mehr arbeiten würden, führe in die Sackgasse.
Als zweiten Punkt fordert Kassaei eine Neudefinition von Kreativität. Darunter seien nicht gut umgesetzte Werbeideen zu verstehen, sondern innovative und effektive Lösungen, die dem Kunden dabei helfen, seine Businessziele zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat Kassaei auch kein Problem damit, dass sich die Honorarhöhe nach der Zahl der Neukunden, nach gestiegenen Verkäufen oder nach dem verbesserten Marktanteil richtet. Als letzten Punkt fordert der DDB-Kreativchef die Agenturen schließlich dazu auf, bei der Gewinnung von Consumer Insights verstärkt auf Big Data zu setzen.