2 Updates
Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany.
Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany. © Foto:MSLGroup

Adrian Rosenthal in Austin | | von einem W&V Leserautor

5 Gründe, warum ich mich auf die SXSW 2016 freue

Wer Grumpy Cat treffen will und sich auf Information Overload freut, ist entweder in Behandlung oder auf dem Weg zur größten Digitalkonferenz der Welt, der SXSW. Adrian Rosenthal reist gerade an. Auf W&V Online erklärt er, warum das inspierende US-Event jeden Jetlag wert ist. 

Text: Adrian Rosenthal

Es ist Mitte März – und das bedeutet für mich seit mittlerweile fünf Jahren: "Hallo Austin, Texas!" Denn momentan befinde ich mich via New York mal wieder auf dem Weg in die texanische Hauptstadt zur SXSW, der mit mehr als 30.000 Teilnehmern größten Digitalkonferenz der Welt. Die Vorfreude ist wie immer sehr groß, nicht nur weil das Wetter meistens schon sommerlich (auch wenn bereits vor Ort angekommene Kollegen von Blitzfluten und heftigem Regen berichten), das Essen lecker und Austin generell eine tolle Stadt ist. Nein, ich freue mich vor allem auf die Menschen auf der Konferenz, den Austausch, die neuen Inspirationen.

Daher habe ich – völlig subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit – fünf Punkte, die eine gelungene SXSW ausmachen. Und die ich für die SXSW 2016 auch wieder erwarte:

1. Die Leute (+ Grumpy Cat)

Hier macht es der richtige Mix – aus Startup-Machern, kreativen Vordenkern, Techies, Wissenschaftlern, Journalisten, den diesjährigen Keynote-Speakern Michelle und Barack Obama, Agenturmenschen und Grumpy Cat. Ich habe hier in den vergangenen Jahren großartige Keynotes von Leuten gehört, die ich unbedingt immer mal sehen wollte. Und von Leuten, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Das wird auch dieses Jahr wieder so sein.

Zudem ist die SXSW – keine Überraschung – ein perfekter Ort zum Networking. Bei der großen Anzahl der Partys verliert man schnell mal den Überblick (die netten Leute von TOA Berlin haben zum Glück freundlicherweise eine Übersicht erstellt), lernt aber immer schnell und unkompliziert eine große Anzahl von Leuten kennen, die man dann auch im nächsten Jahr im besten Fall wiedertreffen möchte.

Mittlerweile gibt es daher eine ganze Reihe von nicht nur virtuellen Freunden, die ich jedes Jahr wieder auf der SXSW treffe – und mit einigen davon wird dann auch jedes Jahr ein Airbnb zusammen angemietet. Die deutsche Delegation scheint wirklich auch von Jahr zu Jahr zu wachsen. Mit dem German Haus und dem German Folks House gibt es hier auch schon seit Jahren sehr gute Anlaufpunkte.

Ziel für dieses Jahr neben dem Begrüßen von neuen und alten Bekannten ist auf jeden Fall mein Selfie mit Grumpy Cat. Ich muss meine Engagement Rate auf Instagram mit diesem cleveren Content Marketing einfach mal massiv nach oben treiben.

2. Der Information Overload

Ich mache jeden Morgen aufs Neue einen tollen Plan, was ich mir im Laufe des Tages alles an Workshops und Vorträgen angucken will. Nur, um diesen sofort wieder umzuschmeißen. Denn die SXSW ist gleichbedeutend mit einem absoluten Information Overload, denn es gibt einfach zu viele Veranstaltungen, die zur gleichen Zeit laufen, zu viele neue Sachen, die ausprobiert werden müssen. Von daher verlasse ich mich hier oftmals auf mein Netzwerk und die quasi daraus resultierende digitale Intuition, denn man bekommt über Whatsapp, Twitter, WeChat etc. andauernd mitgeteilt, wo man eigentlich grade am besten sein sollte.

Der Information Overload ist mit Blick auf die SXSW also ein erwünschter Nebeneffekt, der die Konferenz grade so interessant macht. Und man wird auch Wochen nach der SXSW die gesammelten Eindrücke, Informationen und Gespräche noch verarbeiten.

3. Sich auf die Suche nach dem nächsten großen Ding machen

Die SXSW war in der Vergangenheit ein Ort, in dem oftmals neue Tools, Technologien und Apps/Plattformen bekannt gemacht wurden. So im Falle von Twitter und dem Launch auf der SXSW im Jahr 2007 oder Foursquare in 2009. In den letzten Jahren gab es zwar auch immer wieder vermeintliche Killer Apps, die auf der SXSW extrem gehypt, aber dann immer wieder schnell verschwunden sind. Wer nutzt heute aktuell noch Meerkat, 2015 sicher die App, über die mit Abstand am meisten geredet wurde. Oder wer erinnert sich noch an Dienste wie Banjo oder GroupMe?

Auf der SXSW geht es in letzter Zeit daher auch weg von einzelnen Killer Apps hin zu übergeordneten Trends. Es wird technologischer, es gibt mehr Hardware zu sehen. In den letzten Jahren waren es vor allem Wearables und Mobile Health Devices. Dieses Jahr wird sich, wie schon auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona, extrem viel um Artificial Intelligence und Virtual Reality drehen. Alleine für Letzteres gibt es mehr als 250 Einträge in der Veranstaltungsdatenbank der SXSW und es wird vom 16. bis 18. März einen eigenen Track zum Thema Virtual und Augmented Reality geben

 4. Interaktive Inspirationen

Neben den ganzen Sessions und Keynotes wird auch genug Zeit dafür bleiben, einfach neue Dinge auszuprobieren und sich vor Ort mit Gleichgesinnten auszutauschen. 2014 konnte ich in der Game of Thrones-Ausstellung das erste Mal virtuelle Realität mit der Oculus Rift testen. Auch dieses Jahr wird es mit dem Fokus viel durch VR-Brillen zu sehen und zu erleben geben. Dazu werde ich sicher beim Google Self-Driving Car Project vorbeischauen und mir die neuesten Smart Health-Technologien angucken (hier hatte es mir letztes Jahr vor allem das Hamburger Startup Tinnitracks angetan). Auch Messaging-Apps wie Peach möchte ich mal zusammen mit Kollegen ausprobieren. Und ich habe mir fest vorgenommen, Snapchat intensiver zu nutzen. Das war nämlich zuletzt vor genau einem Jahr der Fall. Natürlich auf der SXSW. Denn ohne Snapchat wäre ich nicht auf die Party im Mashable House gekommen.

5. Wissen aufbereiten und teilen

Viele der auf der SXSW gesehen Dinge wird man in der täglichen Arbeit nicht sofort anwenden können. Aber es gehört in unserer Branche dazu, sich mit diesen neuen Technologien und Trends auseinanderzusetzen, sie zu beobachten, sie auszuprobieren. Genau dafür ist die SXSW da. Daher ist es immens wichtig, für einen entsprechenden Wissenstransfer in Richtung der Agentur-Kollegen und Kunden zu sorgen. Der Information Overload muss also dann doch einmal kuratiert, die interaktiven Inspirationen kontextualisiert werden.

Zusammengefasst:

Die Vorfreude auf die SXSW ist auch im fünften Jahr noch groß. Auf die Leute, die neuen Trends und Technologien, die Inspirationen und den kreativen Austausch während und nach der Konferenz. Und wenn es weiterhin regnen sollte, setz ich mir eine Oculus Ruft auf die Nase und verziehe mich in die virtuelle Realität. Denn da klappt es auch mit dem Wetter.

Der Autor: Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany. Er ist dieses Jahr zum 5. Mal auf der SXSW und wird hier bei W&V Online, über Twitter und anderen Kanäle seine Eindrücke von der weltweit größten Digitalkonferenz teilen: in Text, Bild, Gifs oder 360°-Videos.

5 Gründe, warum ich mich auf die SXSW 2016 freue

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

SXSW Tag 1 und 2: Im Zeichen von Obama und VR

von einem W&V Leserautor

Uff. Tag 1 und Tag 2 in Austin auf der SXSW sind heute vorbei. Und die in der Vorschau gemachten Punkte sind bisher eigentlich alle so eingetroffen: Man trifft fast stündlich neue und alte Bekannte, der Information Overload scheint noch schlimmer als in den Jahren davor zu sein – was auch am Next Big Thing lag: denn mit Virtual Reality kam diesmal ja quasi eine neue Dimension dazu, die man interaktiv an jeder Ecke der SXSW selber ausprobieren konnte.

Um unser Mantra vom "Wissen teilen" mal direkt anzuwenden, haben mein Kollege Heiko Geibig und ich einmal einen kleinen Rückblick mit unseren Highlights der beiden ersten Tage zusammengestellt.

Networking von der ersten Stunde an

Der erste Tag der SXSW fing direkt um 7 Uhr morgens an – mit einer Teilnahme an einem Business Run von Brother. Der Jetlag hat eine eh noch im Griff, warum daher nicht morgens den Frühsport mit einem direkten Networking verbinden. Etwa 40 Leute sind direkt dabei, die Gespräche während des Laufens gehen nahtlos über vom Vergleich der Fitness-Tracker (Fitbit überwiegt) hin zu den besten Keynotes des kommenden Tages hin zur US-Politik. Fragen zu Möglichkeiten, nach Deutschland auszuwandern kommen sofort. Weil: Donald Trump.

Allerdings erkennen alle Mitlaufenden an, dass Trump perfekt die Klaviatur aus Earned und Owned Content spielt – und im Gegensatz zu den anderen Kandidaten wenig Geld für Wahlwerbung ausgeben muss. Die gerade laufenden Vorwahlen in den USA werden also auch durch die Marketing-Brille analysiert. Und es wird sich direkt für den nächsten Tag verabredet, diese Analyse weiter zu vertiefen. Die ersten Kontakte sind direkt geknüpft – und wurden auch gleich in einem 360°-Foto festgehalten:

test - Spherical Image - RICOH THETA

Die SXSW-Wohngemeinschaft

Auch wenn Airbnb immer wieder kritisch gesehen wird. Ich bin ein Fan und nutze den Service mehrmals im Jahr. Und ohne Airbnb würde die SXSW nicht funktionieren, da längst nicht alle Besucher unterkommen würden und die Hotelpreise während der Konferenz geradezu lächerlich hoch sind. Wir haben auch diesmal wieder ein ganzes Haus inklusive Fahrrädern angemietet.

Mit an Bord in der Wohngemeinschaft sind dieses Jahr noch mein Kollege Heiko Geibig, Felix Zeltner (Journalist und Gründer von Soundfriend) sowie Robert Jacobi, Geschäftsführer der Nunatak Group. Die Gruppe ist sozusagen die Keimzelle, um dem ultimativen Endgegner – ich spreche natürlich vom Information Overload – erfolgreich und mit vereinten Kräften gegenüber zu treten.

Whatsapp und WeChat: Die Organisation vor Ort

Die Organisation vor Ort mit den erwähnten neuen und alten Bekannten erfolgt hauptsächlich über verschiedene Apps: Whatsapp ist nicht nur in Deutschland die Nummer 1 der mobilen Messenger, sondern wird eigentlich über den gesamten Globus genutzt – und mittlerweile auch verstärkt in den USA. Mit den MSL-Kollegen aus der ganzen Welt, die hier auch vor Ort in Austin sind, nutzen wir hingegen eine gemeinsame WeChat-Gruppe.

Ansonsten wird Twitter viel eingesetzt, natürlich Facebook, aber auch Netzwerke wie Foursquare, da man hier direkt sieht, wer grade wo ist und es mittlerweile innerhalb der App ja auch ein entsprechendes Messaging-System gibt. Das Zusammenspiel des Netzwerks vor Ort unter Einsatz der verschiedenen Kanäle ermöglicht es dann auch, wichtige und gute Sessions und Events mitzukriegen; im Prinzip erfolgt eine Peer-to-Peer-Kuration der wichtigsten Inhalte. Nur so bekommt man dann auch von Veranstaltungen wie dem Virtual Reality Event der New York Times mit, das im offiziellen Programm nicht gelistet war. Danke, Netzwerk!

Obama: Flammender Appell an die Geeks

Der Eröffnungstag am Freitag stand jedoch ganz im  Zeichen von Barack Obamas Keynote. Jeder wollte hin, denn zum ersten Mal in der dreißigjährigen Geschichte der Konferenz kam ein amtierender Präsident zur SXSW. Aber nur ein paar Besucher hatten Glück, bei der Lotterie ausgewählt zu werden. Wer dabei sein durfte, musste viel Zeit und Geduld mitbringen, die Schlangen waren lang und die Sicherheitskontrollen streng. Alle anderen – so wie leider auch wir – setzten sich in die großen Konferenzsäle, in denen es eine Live-Übertragung auf Riesen-Leinwänden gab. Obama hielt keine staatstragende Rede, sondern führte eine Diskussion mit Evan Smith, dem  Chefredakteur und CEO der örtlichen Texas Tribune, einer sehr erfolgreichen Online-Zeitung. 

Unser Mitbewohner Felix Zeltner war aber live vor Ort:

"

"Im Gepäck hatte Obama vor allem eine Botschaft: 'We need you'. Wir, die Regierung, brauchen euch, die Geeks. Um die Demokratie mit Hilfe digitaler Tools zu verbessern. Obama erwähnte, dass die Regierung Experten von Google, Facebook und Co zum Teil monatelange bei sich arbeiten lässt. Was er nicht erzählt hat - es geht auch andersherum. Neben mir saß eine Mitarbeiterin des Facebook-Teams in Washington DC, die zuvor für Obama gearbeitet hat und alle seine Aussagen direkt in ihre Facebook-Gruppe gepostet hat. Die Grenzen zwischen Silicon Valley und Regierung sind fließend."

Ein Zitat blieb uns aber besonders in Erinnerung, als Smith und Obama diskutierten, wie Technologie helfen kann, Bürgerengagement zu fördern. Denn dabei kam auch das komplizierte US-Wahlrecht zu Sprache.  Obama: 'Es ist einfacher, eine Pizza zu bestellen als wählen zu gehen.' Das Wahlrecht zu vereinfachen, wird Obama in seinen verbleibenden Monaten wohl aber nicht mehr gelingen. Auch wenn es ihm mit Blick auf die Wahlbeteiligung zu wünschen wäre. Er setzt seine Hoffnungen jedoch ganz eindeutig auf digitale Hilfsmittel."

"

The Next Big Thing: Virtual Reality als Megatrend der SXSW

Wie schon im Vorbericht vermutet: Virtual Reality und die verwandten Technologien Augmented Reality und 360 Grad Videos zeichnen sich schon nach zwei Tagen als die Supertrends der SXSW ab. Zahlreiche Veranstaltungen loten aus, wie sich virtuelle Realität nutzen lässt, um durch Storytelling (natürlich immer noch ein allgegenwärtiges Buzzword) Empathie (eines der neuen Buzzwords) für Themen zu erzeugen und intensivere Beziehungen zu den Konsumenten aufzubauen.

Die US-amerikanische Schuhmarke Toms, die bei jedem Kauf ein Paar Schuhe an bedürftige Kinder in Peru spendet, hat mit ihrem VR-Film bereits für Aufsehen gesorgt. Wer den Film anschaut,  befindet sich in einem peruanischen Bergdorf und erlebt den Alltag der Kinder, als wäre man selbst mit dabei. Ein bewegendes Erlebnis, dass durch die Virtual Reality Technologie intensiviert wird.

Auch Medien und Institutionen experimentieren bereits mit VR-Storytelling, Als lobendes Beispiel für eine gelungene Umsetzung wurde auf diversen Panels die  Reportage aus einem jordanischen Flüchtlingscamp genannt, die das große Potential von VR für nicht-fiktionale Geschichten andeutet. Im gestern eröffneten German Haus auf der SXSW war VR ebenfalls direkt am ersten Tag das Schwerpunkt-Thema. Auf einem Panel diskutierten deutsche Start-Ups, Bewegtbild-Produzenten und Digitalstrategen über Virtual Reality & Storytelling. 

Man war sich weitgehend einig: Die Technologie sei da, jetzt müssen Inhalte her, um VR massenfähig zu machen. Mit Icaros konnten alle Gäste ein Produkt direkt vor Ort ausprobieren: Ein VR-Fitnessgerät, das Sport und Videospiel miteinander verbindet und somit den inneren Schweinehund überlisten will. Wir machen morgen den Live-Test und werden berichten! Denn heute war die Schlange – ähnlich wie bei Grumpy Cat – einfach zu lang.

Meine Lieblingssession – wir fragen deutsche SXSW-Besucher

Auf der Digitalkonferenz gibt es mehrere Hundert Sessions, parallel laufen immer mehr als ein Dutzend Veranstaltungen gleichzeitig. Es ist also völlig unmöglich, sich auch nur einen Bruchteil anzuschauen. Aber dennoch, oder gerade deswegen, freut man sich über die Perlen im Programm, bei denen man dabei sein konnte. Wir haben von Virtual Reality hin zu der Frage, wie man Emojis im Marketing richtig einsetzt, eine Reihe von Sessions und Keynotes mitgenommen, wollen an dieser Stelle aber auch ein paar andere Konferenzteilnehmer aus Deutschland zu Wort kommen lassen. Also, was war euer Highlight?

"

"Die Session Creating the Modern Media Company mit Jim Bankoff, CEO und Chairman von Vox Media, war mein bisheriges Highlight. Er hat aufgezeigt,  wie man es schaffen kann, in Kooperation mit Plattformen wie Google und Facebook eine profitable Medienplattform aufzubauen, die sich ständig neu erfindet. Entscheidende Erfolgskriterien sind die hohe Qualität der Beiträge und eine User Experience, die alle möglichen Medienformate integriert und für den Nutzer überzeugend abbildet."

Robert Jacobi, Managing Partner der Nunatak Group in München.

"
"

"Am spannendsten war es bisher, Regina Dugan von Google zuzuhören, welche Prozesse sie intern als Basis für wirklich bahnbrechende Innovationen nutzen. 'Making Epic Sh*t', wie sie es nennt, klang wie eine unvermeidbare Folge ihrer Arbeit als VP Advanced Technology – und animierte dazu, die von ihr aufgezeigten Ansätze auch mal bei uns auszuprobieren."

Patrick Brenner, Geschäftsführer von Artus Interactive in Frankfurt.

"
"

"Definitiv die Keynote von Frank Cooper von Buzzfeed. Stichwort: Empathie. Buzzfeed gelingt es erfolgreich, sich in die digitalen Lebenswelten ihrer Nutzer hineinzuversetzen und so Milliarden von Content Views zu erzeugen. Dabei werden die Plattformen, auf denen sich die Nutzer bewegen – Instagram, Snapchat, Pinterest, Vine, Youtbe und Facebook –, genauestens analysiert, um daraus Rückschlüsse für die Optimierung des eigenen Contents zu ziehen."

Oliver Nermerich, Digital-Chef von OSK.

"

Morgen geht es direkt weiter mit weiteren Eindrücken von der SXSW. Stay tuned!

Der Autor: Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany. Er ist dieses Jahr zum 5. Mal auf der SXSW und wird über Twitter und anderen Kanäle seine Eindrücke von der weltweit größten Digitalkonferenz teilen: in Text, Bild, Gifs oder 360°-Videos.

von einem W&V Leserautor - Kommentare Kommentar schreiben

Zwischen Reeperbahn und German Haus: Die SXSW 2016 aus deutscher Sicht

von einem W&V Leserautor

Seit Sonntag ist die SXSW 2016 nun vorbei – und damit fängt eigentlich jetzt erst die Zeit richtig an, alle Eindrücke, Gespräche und Workshops in Ruhe zu verarbeiten. Im Rückblick fällt jetzt schon auf: die deutsche Präsenz in Austin schien dieses Jahr stärker zu sein. Ähnliches hatte Richard Gutjahr letzte Woche ja schon drüben bei Meedia konstatiert. Doch es waren nicht nur die Chefredakteure, es waren insgesamt mehr Teilnehmer, Startups und Firmen aus Deutschland vor Ort. Zeit also für einen kleinen SXSW-Reisebericht aus deutscher Perspektive

Die deutsche SXSW-Delegation und das German Haus

900 Teilnehmer, Hunderte Reeperbahn Burger, zwei Preise, ein German Haus: Die deutsche Delegation auf der SXSW war 2016 auch in nackten Zahlen und nicht nur gefühlt so stark wie noch niemals zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr waren damit knapp 30 Prozent mehr Teilnehmer aus Deutschland am Start. Zentraler Anlaufpunkt für viele während der SXSW war wie immer das German Haus, das wie die letzten Jahre auch in einem schicken alten Holzhaus in der Nähe des Convention Centers untergebracht war.

Das German Haus wurde dieses Jahr bereits zum siebten Mal hintereinander ausgerichtet (inklusive eines Standes auf der Trade Show) und gemeinschaftlich von der deutschen Kultur- und Kreativbranche gestemmt – unter Federführung der Initiative Musik und unter Beteiligung mehrerer Bundesländer. "Wir hatten jeweils 2.000 – 3.000 Besucher pro Tag, im Vorjahr nur knapp die Hälfte. Das Konzept, mit starken Talks und Pitches auch schon am Vormittag beim Publikum zu punkten, ist also aufgegangen", so Michael Wallies, Sprecher der Initiative Musik, in seinem Fazit.

sxsw-cr-rosenthal-1

Foto: Adrian Rosenthal

Aktives Eintauchen in die Virtuelle Realität

Unter dem Motto "Wunderbar Germany at SXSW" fand im German Haus dann inhaltlich quasi eine SXSW im Kleinen statt: Mehr als 100 Speaker und Panelisten diskutierten in mehr als 30 Veranstaltungen über die Trends, die den Interactive-Teil der SXSW bestimmten: Virtual Reality, AI, das Internet of Things, aber auch neue Ideen rund um das Thema Smart Cities. Es wurde aber nicht nur drüber geredet, man konnte im German Haus auch aktiv neue Technologien ausprobieren. Zum Beispiel Icaros, eine VR-Fitness-Flugmaschine, in München entwickelt und im April auf den Markt kommend. Durch die VR-Brille entsteht der Eindruck, man fliege durch eine virtuelle Landschaft. Das Steuern erfolgt jedoch über den eigenen Körper – und kostet einiges an Energie.

sxsw-cr-rosenthal-2

Foto: Adrian Rosenthal

 

Zwei Preise für deutsche Startups

Überhaupt waren deutsche Unternehmen auf der SXSW 2016 überall zu finden – nicht nur im German Haus. Der Roboter-Hersteller Kuka mit Hauptsitz in Augsburg zum Bespiel war auf der SX Create vertreten, wo es vor allem um Hardware und DIY, also ums Selbermachen mit digitalen Hilfsmitteln, ging. Da die SXSW inhaltlich auch von Robotern und Diskussionen rund um Künstliche Intelligenz geprägt war, schaute am Stand von Kuka auch gleich ein anderer Roboter vorbei, der zu diesem Thema einiges sagen konnte:

Zwei Auszeichnungen verdeutlichten zudem auch, dass Unternehmen aus Deutschland dieses Jahr stärker im offiziellen Programm der SXSW vertreten waren. Das Startup Splash aus Berlin gewann den begehrten Gründerpreis in der Kategorie Virtual Reality. Mit der App von Splash lassen sich 360°-Videos direkt mit dem Smartphone aufnehmen und dann über soziale Netzwerke direkt teilen.

Ich konnte mir die App bei einem Networking-Event von Upload VR zum Thema Virtual Reality direkt angucken und mit den Gründern sprechen. Dort fanden sie mit dem VR-Vordenker Robert Scoble auch direkt einen wichtigen und prominenten Fürsprecher. Neben Splash waren noch die Startups Spherie aus Hamburg, die eine VR-Drone entwickelt haben, und Basslet aus Berlin  (mit einem Armband, das Musik fühlbar machen will), nominiert, die aber leider leer ausgingen. Der zweite Preis ging an Share the Meal, ebenfalls in Berlin ansässig. Die App der Vereinten Nationen, über die mit einem einfachen Klick Mahlzeiten für hungernde Kinder gespendet werden können, bekam den Innovationspreis in der Kategorie "New Economy" verliehen.

Warum es sich lohnt (auch mal länger zu bleiben)

"Die SXSW ist perfekt, um Unternehmer, Vordenker, Künstler, Investoren und andere interessante Leute an einem Ort zu treffen, um mit ihnen über zukünftige Projekte zu sprechen. Jeder trägt was bei, jeder will ständig Ideen vorantreiben.“ So fasst Naomi Owusu vom Startup Tickaroo ihre erste SXSW zusammen. Denn auch wenn man keinen Preis gewinnt – und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es geht wirklich um die Leute vor Ort, durch diese nimmt man die ganzen Inspirationen mit, die man nun im Anschluss verarbeitet.  Denn sie sind es, die die Ideen und Technologien umsetzen und erklären - zumindest momentan noch, das Thema künstliche Intelligenz wurde ja breit diskutiert, auch von sprechenden Robotern.

Alexander Peiniger vom Social Analytics-Anbieter Quintly kommt zu einem ähnlichen Urteil. Auch er war dieses Jahr das erste Mal in Austin und hat unter anderem an einem Panel zum Thema Big Data teilgenommen: "Die SXSW ist definitiv keine Vertriebsmesse. Es geht darum, neue Eindrücke zu sammeln, einen Einstieg in neue Trends und Themen zu bekommen. Die Qualität der Teilnehmer und der Sprecher ist wirklich größer als bei anderen Veranstaltungen. Ich plane auf jeden Fall, nächstes Jahr wiederzukommen."

Dann lohnt es sich vielleicht auch einmal drüber nachzudenken, die komplette SXSW zu bleiben. Der gesonderte Track zum Thema Virtual Reality fand dieses Jahr erst nach dem Interactive-Teil statt. Und auch bei den Veranstaltungen zum Thema Gaming und Musik dominiert digital, dort geben mittlerweile Firmen wie Tumblr oder Spotify den Ton an. Dazu Con Koehncke, Marketing-Chef Native Instruments aus Berlin:

"

"Die verschiedenen Elemente der SXSW verschmelzen eigentlich immer mehr miteinander. Alles wird digitaler, die Vermarktung, die Musikproduktion. Virtual Reality hat riesiges Potential für Musik und Gaming. Von daher mein Aufruf an alle: Bleibt doch nächstes mal noch ein paar Tage länger. Es lohnt sich."

"

Diesem Appell kann ich mich nur anschließen.

PS: Das Selfie mit Grumpy Cat hat leider nicht geklappt. Die Schlange war einfach zu lang. Ich muss also nächstes Jahr wieder nach Austin fliegen.

Der Autor: Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany. Er ist dieses Jahr zum fünften Mal auf der SXSW und teilt über Twitter und anderen Kanäle seine Eindrücke von der weltweit größten Digitalkonferenz: in Text, Bild, Gifs oder 360°-Videos.

von einem W&V Leserautor - Kommentare Kommentar schreiben