Axel Springer:
Bild.de-Chef propagiert Breitband-Ausbau
Für politische Statements, vorzugsweise zum Thema Leistungsschutzrecht, schickte der Verlag Axel Springer bislang Christoph Keese, Senior Vice President Investor Relations und Public Affairs, vor. Jetzt hat auch Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt das Feld für sich entdeckt und fordert mehr Breitband für Deutschland.
Für politische Statements, vorzugsweise zum Thema Leistungsschutzrecht, schickte der Verlag Axel Springer bislang Christoph Keese, Senior Vice President Investor Relations und Public Affairs, vor. Jetzt hat auch Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt das Feld für sich entdeckt und fordert Internet für alle in Deutschland. Der Breitbandausbau sei die "absolute Basisvoraussetzung, damit sich ein Land weiter entwickeln kann", betont Reichelt, der seit einem Jahr Bild.de verantwortet. "Wir benötigen flächendeckend schnelles Internet", fordert der Chefredakteur von Bild.de im Gespräch mit dem Branchendienst Newsroom.de.
Natürlich verbindet Reichelt mit der Forderung Hintergedanken: Bewegtbildformate werden im Netz - und dementsprechend für Bild.de - zunehmend wichtig und bieten beste Chancen, Markenartikler mit Abspielfläche für Spots zu ködern. Aber nur wenn diese Angebote ruckelfrei in jedem Haushalt ankommen, stimmt auch die Reichweite.
Eines der neuen Formate, die Reichelt angeschoben hat, ist etwa "Behind the Story". Damit bietet "Bild" seit Anfang Januar einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen von Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung. Als Partner konnte "Bild" das Filmunternehmen UFA gewinnen. Dabei werden drei Reporter von einem UFA-Team bei der Arbeit mit der Kamera begleitet, die Videos werden auf einem eigenen Kanal bei Youtube veröffentlicht.
Bei seiner Forderung nach Breitbandausbau bekommt Reichelt Unterstützung aus der Wissenschaft. "Deutschlandweites DSL wäre für die Bürger sicher wichtiger und dringender als Maut und Co.", sagt Verena Renneberg, Professorin für Online-Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Berlin.
Deswegen ist das Thema schon seit Jahren in der Bundes- und Landespolitik ein Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits 2009 versprochen, das bis 2014 75 Prozent aller Haushalte eine Anbindung von 50 Megabit pro Sekunde erhalten würden. Ihr Ziel konnte Merkel nicht einhalten, laut dem TÜV Rheinland sind in Deutschland 64,1 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Megabit per Kabel oder Glasfaser ans Netz angeschlossen. Bis 2018, so Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU), soll das für hundert Prozent der Haushalte gelten. Dieses Ziel will er im Schulterschluss mit Telekommunikationsanbietern wie Telekom oder Vodafone erreichen.