Werbeboykott | | von Franziska Mozart

Nachrichtenportale starten Kampagne gegen Adblocker

Bei rund 25 Prozent aller Seitenaufrufe auf Nachrichten-Websites hat der Leser die Werbung mit einem sogenannten Adblocker ausgeschaltet. Die Zahl stammt von den Verlagen. Gut möglich, dass der User genervt ist von der Werbung und sich auf die Inhalte der Nachrichtenseite konzentrieren will. Doch um gute, schnelle und zuverlässige Inhalte anbieten zu können, brachen die Verlage Geld. Das bekommen sie hierzulande größtenteils über Werbung.

"Gewähren Sie bitte eine Ausnahme für die durch Sie genutzten Nachrichtenseiten bei Ihrem Adblocker", bitten daher sechs große Nachrichtenseiten ihre Leser. Faz.net, golem.de, RP-Online, Spiegel Online, Süddeutsche.de und Zeit Online haben sich zu der Kampagne zusammengetan. Die Betreiber der Portale appellieren in den kommenden Wochen in Einblendern an die Fairness und bitten um die Solidarität der Leser, damit auch weiterhin umfassender Nachrichtenjournalismus im Netz angeboten werden kann.

Die Kampagne informiert darüber, warum auf Nachrichtenportalen Werbung zu sehen ist, was Adblocker sind und wie die Nutzer für die Nachrichtenseiten Ausnahmeregeln definieren, damit die Werbung dort ausgeliefert werden kann. 

Till Faida, Mitgründer des Werbeblockers Adblock Plus, begrüßt in einem Statement zu der Kampagne, dass die großen Nachrichten-Websites "Aufmerksamkeit auf das Thema User-Zufriedenheit mit Online-Werbung lenken." Seiner Meinung nach ist die hohe Zahl der Werbe-Verweigerer im Internet ein Zeichen dafür, dass die Werbeindustrie zu einem großen Teil noch nicht innovationsfreundlich genug sei, "um sich auf Alternativen zu blinkenden Bannern einzulassen." Viele hätten das Internet nicht verstanden und lediglich das Konzept der TV-Werbung, maximale Aufmerksamkeit zu erzeugen, kopiert. "Wir sind uns vollkommen bewusst, dass Qualitätsjournalismus durch Werbung finanziert wird", so Faida. Adblock Plus lasse daher von einer Community akzeptable Werbung auswählen, die in den Standard-Einstellungen des Werbeblockers nicht blockiert werde.

Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks sollten den Dialog suchen und Werbung nicht gegen sondern für den Nutzer machen, so der Appell von Adblock.

Nachrichtenportale starten Kampagne gegen Adblocker

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht