Nugg.ad und Intelliad | | von Leif Pellikan

Post will digitales Werbegeschäft verkaufen

Nach Informationen des W&V-Schwestertitels "Kontakters" sucht die Deutsche Post DHL Group nach einem Käufer für den Targeting-Spezialisten Nugg.ad aus Berlin und die Münchner Performance-Marketing-Firma Intelliad. Erste Interessenten kommen aus dem Bereich digitale Werbetechnik – dem Vernehmen nach Player aus den USA. Diese könnten sich über einen Zukauf den Weg ins europäische Performance-Marketing und Datengeschäft erleichtern. Aber auch den Holdings der Mediaagenturen und Medienhäusern wurden die Firmen einzeln oder im Paket angeboten. Nachgefragt bei der Post heißt es nur: Man wolle "grundsätzlich keine Marktgerüchte kommentieren".

Die Indizien sprechen jedoch eine klare Sprache: In beiden Firmen gingen die verbliebenen Gründer 2015 von Bord wie Nugg.ad-CEO Stephan Noller. Er gilt weltweit als Pionier des Behavioral Targetings über das Surfverhalten. Zudem war er eine der zentralen Personen im europäischen Branchenverband IAB, der sich für die Interessen der Branche in Sachen Datenschutz in Brüssel stark machte. Aber Noller und den Kollegen von Intelliad wie Gründer und CEO Wolfhart Fröhlich fehlte offensichtlich die Perspektive. Zudem erklärt ein Abgang innerhalb des gelben Logistikriesen die Entwicklung: 2014 nahm Direktmarketing-Vorstand Ingo Bohlke seinen Hut. Er hatte sich für die Internet-Firmen stark gemacht und die Zukäufe durchgeboxt.

Nugg.ad schlüpfte 2010 unter das Dach der Post-Gruppe, Intelliad folgte 2012. Damals sagte Jürgen Gerdes, verantwortlicher Konzernvorstand Brief: "Die Deutsche Post bietet als Dienstleister für Mediaagenturen, Vermarkter und Werbetreibende bereits heute technologische Infrastrukturen an, mit deren Hilfe Online Werbung effektiv und effizient platziert werden kann." 2013 erfolgte mit dem E-Mail-Marketing-Spezialisten Optivo aus Berlin ein letzter Zukauf. Weitere Investitionen in den Bereich Werbetechnik: Fehlanzeige. Geld wäre vorhanden. Im März vermeldete der Konzern einen Umsatz von 56,6 Milliarden Euro (plus 3,1 Prozent) und einen Gewinn von 2,97 Milliarden (plus 3,5 Prozent).

ks/lp

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