E-Commerce:
Shitstorm: Nur geringe Verluste bei Amazon
Vor einem Jahr brach eine Empörungswelle über Amazon herein, nachdem die ARD kritisch über die Behandlung von Leiharbeitern berichtet hatte. Wirtschaftliche Konsequenzen hatte der Shitstorm aber kaum, fand die GfK jetzt heraus.
Was war die Empörung groß, als die ARD vor gut einem Jahr über die schlechte Behandlung von Leiharbeitern durch Amazon berichtet hatte. Zumindest hatte dies den Anschein, denn was unter dem Begriff Shitstorm immer wieder für mediale Aufregung sorgt, könnte in Wahrheit ein Sturm im Wasserglas sein.
Die Meinung der meisten Käufer spiegeln die kritischen Online-Kommentare jedenfalls kaum wieder: Im letzten Quartal 2013, traditionell das stärkste im E-Commerce, hat Amazon nur sehr geringe Einbußen im wichtigen Buchmarkt gehabt. 18 Prozent betrug laut Media Control GfK der Anteil des Online-Versandhändlers an allen Buchverkäufen in Deutschland. Vor einem Jahr hatte er noch bei 19 Prozent gelegen. In den andereren Quartalen liegt der Marktanteil von Amazon in der Regel zwischen 13 und 17 Prozent. Durchaus möglich also, dass der leichte Rückgang mehr mit dem volatilen Buchmarkt zu tun hat als mit den Negativschlagzeilen des Vorjahrs.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bereits 31 Prozent aller Buchumsätze im Internet getätigt. 2020 werden es, so die GfK, bereits die Hälfte sein.