| | von Franziska Mozart

Springer-Vorstand sucht via YouTube unkonventionelle Digital-Talente

Die Autoren von Bewerbungs-Ratgebern werden sich bei diesem Video die Haare raufen: Ein Bewerber setzt bei seinem Vorstellungsgespräch alle Regeln der Höflichkeit außer Kraft und stößt damit die Vorstandsriege der Axel Springer AG vor den Kopf. Doch genau damit ruft das Verlagshaus unkonventionelle Persönlichkeiten auf, sich für den Media Entrepreneurs Club zu bewerben. Gesucht werden junge Talente, "die Medien-Knowhow mit unternehmerischem Talent intelligent verbinden und so neue digitale Geschäftsmodelle vorantreiben", erklärt Ulrich Schmitz, Chief Technology Officer bei der Axel Springer AG. Eine eigene Microsite mit prominent besetztem Webvideo ist dazu online gegangen. In dem Video stellen unter anderem die Vorstände Matthias Döpfner, Lothar Lanz und Andreas Wiele ihr schauspielerisches Talent unter Beweis.

Noch wartet Springer auf den Wendepunkt zugunsten des Digital-Geschäfts. Auch wenn Vorstandsvorsitzender Matthias Döpfner bei den letzten Halbjahreszahlen diesen Wendepunkt schon verkündete, verglich er dabei offenbar die falschen Zahlen.

Fest steht aber, dass das Verlagshaus den Online-Umsatz massiv ankurbeln will. Und dazu die entsprechenden Mitstreiter braucht. Doch mit umständlichen Stellenausschreibungen will Springer die Digital-Talente nicht langweilen – und vielleicht ist es momentan auch nicht so leicht, die entsprechenden Profile zu erstellen. Daher sind die Anforderungen recht offen: "Gesucht werden Unternehmertalente aus dem digitalen Umfeld, die mit ihrer Persönlichkeit und ihren Ideen die Transformation der Medien vorantreiben wollen", heißt es.

Bewerben können sich Einzelpersonen oder Teams bis zum 31.10.2011 mit kurzem Lebenslauf aber vor allem mit ihren Ideen, wie sich die digitalen Geschäftsfelder für Medien ausbauen lassen. Die überzeugendsten Ideengeber lädt Axel Springer am 21. und 22. November zum Media Entrepreneur Club nach Berlin ein. Dort will das Verlagshaus dann einen Weg finden, "wie wir am besten zusammenarbeiten".

Die Initiative wird begleitet von einer Print- und Online-Kampagne. Unterstützung dabei erhielt Springer von Scholz & Friends.

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