Als Editorial Director wird Cherno Jobatey das Aushängeschild der deutschen "Huffington Post". Er begann seine Karriere als freier Journalist für "taz", "Die Zeit" und den "Spiegel" und moderierte 20 Jahre lang das ZDF-Morgenmagazin. Auch moderierte er bereits "Leute heute", "Cherno. Die RBB-Talkshow" und fünf Jahre lang den ARD-Klassiker "Verstehen Sie Spaß?". In seiner laufenden Porträtreihe "Unterwegs mit" zeigt Cherno Jobatey für das ZDF bekannte Politiker von ihrer persönlichen Seite. Online ist er mit der "UdLDigital Talkshow" präsent. Seine Berufung war eine Überraschung für die Branche, die eher mit einer Frau gerechnet hat. Jobatey wird bei der "Huffington Post" Kolumnen verfassen und sich um den Ausbau des Autoren-Netzwerkes kümmern. Sein künftiger Chefredakteur Matthes kann zum Start noch nicht aus seinem Vertrag bei der Verlagsgruppe Handelsblatt heraus und wird deshalb zunächst von Focus.de-Chef Daniel Steil vertreten.

Mit diesem bunt zusammengewürfelten Autorenteam soll die deutsche "Huffington Post" an "Konversationen verschiedenster Art" teilnehmen. "Von den Auswirkungen der Eurokrise auf die Menschen bis hin zu der Art und Weise, wie Individuen und Organisationen Erfolg neu definieren können und Burn-out bekämpfen können", sagt Arianna Huffington, Präsidentin und Chefredakteurin der Huffington Post Media Group.  

Das Portal wird mit den sechs Ressorts Politik, Wirtschaft, News, Entertainment, Lifestyle und Tech starten. Wie bei der amerikanischen Ausgabe gliedert sich das Layout der Huffington-Post-Webseite in drei Spalten. In der mittleren und rechten Spalte laufen die Beiträge der Redaktion. In der linken Spalte, den so genannten Featured Blog Posts, stehen vornehmlich die Beiträge von Gastautoren und Experten. Auch alle Leser sollen eingeladen sein, sich an der Plattform mit eigenen Texten zu beteiligen.

Deutscher Partner des Portals ist Tomorrow Focus Media. "Spätestens nach fünf Jahren wollen wir zu den fünf größten News-Angeboten in Deutschland gehören", kündigt Geschäftsführer Oliver Eckert an. "Focus Online" soll durch direkte Verlinkungen beim Marken- und Reichweitenaufbau helfen. Profitabel will Eckert das neue Portal schon nach zwei Jahren machen. Eine große Aufgabe: In den USA ist das Portal auch acht Jahre nach seiner Gründung noch in den roten Zahlen, wie das "Handelsblatt" in seiner Ausgabe vom 7. Oktober schreibt.