Bebo.com | | von Lisa Priller-Gebhardt

Was hinter dem VZ-Deal wirklich steckt

Holtzbrinck trennt sich von VZ-Netzwerken: Die Investmentgesellschaft Vert Capital übernimmt die Poolworks Ltd., Betreiberin der drei sozialen Netzwerke StudiVZ, SchuelerVZ und MeinVZ. Das bestätigt der Geschäftsführer Holtzbrinck Digital, Markus Schunk, der unter anderem auch für Parship und Myhammer verantwortlich zeichnet, auf Anfrage. Holtzbrinck Digital behält allerdings die Option, das Portal SchuelerVZ zu nutzen. Allerdings werde die Plattform nicht wie bisher verlautbart unter dem Namen Idpool.de relauncht. Das Konzept sei vom Tisch, bestätigt Schunk auf Anfrage. Genauere Prüfungen hätten ergeben, das Konzept sei nicht realisierbar. Vor allem der Start zum vierten Quartal hätte hohe zusätzliche Kosten verursacht und werde daher nicht weiter verfolgt, räumt der Holtzbrinck-Manager ein. Man setze jedoch weiter auf die Zielgruppe Schüler bei Schueler VZ, sie sei von "hohem strategischem Interesse". Zudem arbeite das Portal an Ideen insbesondere im Bildungsbereich. Welche Aufgaben die Poolworks-Chefin Stefanie Waehlert künftig übernimmt, die das verworfene Idpool-Konzept geplant hat – unklar.

Der neue Gesellschafter Vert Capital will dagegen die beiden anderen Sites weiter betreiben und plant zudem die Erweiterung der Nutzer-Funktionen. Interessantes Detail dieses Deals: Vert Capital soll nach Informationen von W&V Online hinter dem sozialen Netzwerk Bebo.com stecken. Der Medieninvestor plant offenbar durch den Kauf von VZ den Einstieg in den deutschen Markt. Schunk will dies nicht bestätigen. Zu Bebo, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat, würde das Investment auf dem deutschen Markt gut passen. 2007 konnte die Plattform sogar Myspace überholen und war damit kurzzeitig Weltmarktführer. Ein Jahr später kaufte AOL das Unternehmen für stolze 850 Millionen Dollar. Doch der Deal entpuppte sich als Fehlinvestition. Bebo.com wurde 2010 wieder abgestoßen.

Mit dem Verkauf des VZ-Reiches zieht der Eigentümer Holtzbrinck einen Schlussstrich unter die seit Längerem schwelende Diskussion über die Zukunft der Portale. StudiVZ, das ehemals größte soziale Netzwerk Deutschlands, steckt seit rund eineinhalb Jahren in der Krise. Über Verkaufsgerüchte ist in der Branche immer wieder spekuliert worden. Zuletzt hatte das Unternehmen einen großen Stellenabbau zu verkraften. Rund 40 der 70 Mitarbeiter mussten gehen oder wechselten in das ausgesourcte Technologie-Center Devbliss, das übergreifende Digitalprojekte innerhalb der Holtzbrinck-Gruppe umsetzt.

Was hinter dem VZ-Deal wirklich steckt

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht