Apple-Fans vor dem Münchner Store: Gauck kann mit dem Markenkult nicht viel anfangen.
Apple-Fans vor dem Münchner Store: Gauck kann mit dem Markenkult nicht viel anfangen. © Foto:Susanne Herrmann / W&V

Wutrede | | von Frank Zimmer

Wut auf Apple: Gauck nimmt Fanboys ins Gebet

Wenn es um Apple geht, verstehen Fans und Gegner der Marke keinen Spaß. Auch Joachim Gauck nicht: Der Bundespräsident hat die Deutschen zu Demonstrationen vor den Apple-Stores ermuntert: "Man kann morgens um fünf Uhr für das neueste Gerät auf dem Markt anstehen. Man kann aber auch einen ganzen Tag lang vor dem Laden protestieren – gegen unmenschliche Arbeitsverträge dort, wo diese Produkte hergestellt worden sind", sagte er auf dem "SZ -Führungstreffen 2012". Der Wirtschaftskongress der "Süddeutschen Zeitung" findet derzeit in Berlin statt, dort treffen sich Top-Manager und Spitzenpolitiker zum Erfahrungsaustausch.

In seiner Rede forderte der Präsident mehr soziale Verantwortung in der Wirtschaft. Und zwar von Unternehmen ebenso wie von ihren Kunden. Jeder wisse, unter welchen Arbeitsbedingungen Billig-Jeans produziert würden, so Gauck, und jeder, der davon profitiere, sei mitverantwortlich: "Mit dem Kassenbon kann man ja auch schlimme Zustände zementieren". Apple bringt das Staatsoberhaupt offenbar besonders in Rage. "Wo Handys zum Lifestyle werden, sind Produktionsbedingungen immer öfter nicht egal", sagte Gauck. Der Adressat ist offensichtlich: Seit langem steht der US-Konzern wegen der Arbeitsbedingungen bei seinem chinesischen Zulieferer Foxconn in der Kritik - was hartgesottene Fans aber nicht davon abhält, beim Verkaufsstart des jeweils neuesten iPhones oder iPads schon Stunden vor Ladenöffnung zum Apple-Store zu pilgern. Foxconn beliefert auch andere IT-Konzerne.

Wut auf Apple: Gauck nimmt Fanboys ins Gebet

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