Lesetipp dpa-Whitepaper | | von Petra Schwegler

5 Tipps, wie und wann Redaktionen bloggen sollten

Wie Redaktionen ihre Inhalte über das Internet besser an die Leser bringen und welche digitalen Kommunikationsformen Interesse finden und Bestand haben: Dazu hat sich die dpa Deutsche Presse-Agentur Gedanken gemacht. Die Nachrichtenagentur beschäftigt sich in ihrem ersten Whitepaper für Redaktionen mit Erfahrungen und Aktivitäten mit Liveblogs. Hintergrund: Die Agentur hatte über ihre Tochter dpa-Infocom zunächst testweise Liveblogs angeboten, zu einzelnen Anlässen ebenso wie zu anderen Themen von großer Bedeutung wie etwa bundesweiten Streiks. Inzwischen binden dem Unternehmen zufolge zahlreiche digitale Nachrichtenseiten regelmäßig dpa-Liveblogs in ihre Berichterstattung ein. "Liveblogs werden für Nachrichtenportale immer mehr zu einem wichtigen Element der Berichterstattung", heißt es da.

In dem 16-seitigen Dokument mit dem Titel "Liveblogging" erklären mehrere Experten, wie sie entsprechende Formate in ihrer journalistischen Praxis bereits einsetzen. Darunter Joachim Dreykluft, Chefredakteur Online des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags sh:z, der Erfahrungen mit Liveblogs zu den Stürmen "Christian" und "Xaver" im Herbst 2013 gesammelt hat. Oder die "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine" (HNA), die seit 2014 mit Kassellive.de einen Liveblog für ihre Region an den Start gebracht hat, um vor allem junge mobile Zielgruppen noch zu erreichen. Auch wird die "Main-Post" in Würzburg porträtiert, die zur Fußball WM 2014 einen Liveblog aufgesetzt hatte, um die Ereignisse in Brasilien aus Sicht des Reporters Achim Muth erlebbar zu machen. Das Whitepaper blickt auch über die Grenzen Deutschlands hinaus: Nicklas Larson, Leiter Digitale Medien bei der Nachrichtenagentur TT in Stockholm, stellt ein Liveblogging-Projekt aus Schweden vor.

Die dpa hat die Erkenntnisse in fünf Faktoren münden lassen, die Voraussetzung für erfolgreiches Liveblogging sind:

1. Die Redaktionskultur. Der Erfolg eines Liveblogs stehe und falle mit dem Redaktionsteam, Teamarbeit sei unerlässlich. Vom "Nebenbei tickern" rät die dpa ab.

2. Inhalte vorbereiten. Hintergründe, Grafiken oder Bilder sollten vorliegen, um den Redakteuren mehr Raum und Zeit zur immens wichtigen Einordnung und Erklärung der Geschehnisse zu geben.

3. Die Technik. Richtige Tickersoftware und der geschulte Umgang mit der Technik sind das A und O.

4. Anlässe sinnvoll auswählen. Die Themen sollten "emotional, einfach, relevant und wenn möglich planbar sein", empfiehlt das dpa-Whitepaper.

5. Leser zum Liveblog führen. Es braucht den Hinweis auf vielen Kanälen – über die Zeitung, über das Social Web oder auch über WhatsApp. Und: "Die prominente Platzierung des Liveblogs auf der Startseite der Website ist unerlässlich."

Mehr gute Tipps und Erfahrungen finden Sie im dpa-Whitepaper. Es steht hier gratis zum Download zur Verfügung.

Apropos Darstellungsformen: Autor (NDR-Medienmagazin "Zapp"), Reporter, Moderator und Berater Daniel Bröckerhoff hat sich Gedanken gemacht, welche journalistischen Darstellungsformen der Datenflut überhaupt noch gerecht werden und das Publikum bei der Stange halten. "Ich beschäftige mich daher schon länger mit der Frage, wie Information anders vermittelt werden kann und wie unterhaltende Elemente dabei helfen können, ein Publikum für ein Thema zu interessieren, ohne dass dabei alles komplett verflacht", fragt er in seinem Blog und nennt als Vorbild US-Entertainer wie das HBO-Aushängeschild John Oliver. Dessen 18-Minuten-Clip über die "merkwürdigen Machenschaften des Tabakkonzerns Philip Moris International" findet Bröckerhoff alles andere als langweilig.

Sehen Sie selbst und lesen Sie auch, wie der Journalist deutsche TV-Formate hiermit vergleicht:

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