Journalismus-Portal | | von Judith Pfannenmüller

Alpha-Journalisten trommeln für Krautreporter

Es dürfte eines der ehrgeizigsten journalistischen Gründerprojekte seit dem Erfolg des niederländischen Online-Magazins "De Correspondent" sein: Aus dem Crowdfunding-Portal für journalistische Einzelprojekte -  Krautreporter - soll ein veritables, täglich aktualisiertes,  journalistisch anspruchsvolles Online-Magazin werden, das komplett von seinen Lesern finanziert wird. De Correspondent hat seit seinem Start bis heute über 30 000 Abonnenten eingesammelt.

25 renommierte Journalisten verschiedener Disziplinen, darunter Peer Schader,  Thomas Wiegold oder Sportjournalist Jens Weinreich glauben daran, dass auch in Deutschland die Zeit für ein Projekt reif ist, das tiefergehende Geschichten hinter den Nachrichten bietet. In einem Video auf www.krautreporter.de werben sie für werbefreien Journalismus, der nicht über Hypes, Boulevardisierung  oder übertriebene Marktschreierei die Klickzahlen in die Höhe treibt, sondern dem Leser soviel Substanz bietet, dass er bereit ist fünf Euro pro Monat zu investieren. Die Texte werden zwar frei verfügbar sein,  aber nur Abonnenten bekommen Zugang zur Kommentarfunktion, zu tiefergehenden Rechercheergebnissen oder zusätzlichen Videos und Interviews.

Die Gründer Philipp Schwörbel und Sebastian Esser sowie Chefredakteur Alexander Streit (Ex-"Wired") wollen ab heute bis zum 13. Juni 900.000 Euro Startkapital in Form von 15.000 Jahresabos à 60 Euro einsammeln.  "Onlinejournalismus ist kaputt und über Werbung nicht finanzierbar", sagt Philipp Schwörbel. "Alles oder nichts"  heißt es im Film und für die Autoren und Gründer - kommt die Summe nicht zusammen, gibt es auch kein Magazin.

Finden sich genügend zahlungswillige Leser, soll es zwei Redaktionszellen geben - in München und  Berlin. Auch Dokumentation und Fotoredaktion sollen aufgebaut werden. Die Autoren sollen mit einer festen Pauschale bezahlt werden und dafür eine Geschichte pro Woche sowie eine längere Recherche im Jahr abliefern.  Eine Ressortaufteilung wird es nicht geben, aber täglich vier bis fünf neue Stücke aus den Themenschwerpunkten der Autoren. Sie sollen sich von den Inhalten der persönlichen Blogs der Autoren  allerdings unterscheiden. Die Gründer verfolgen das Ziel,  in Zukunft für größere Geschichten Teams aus Filmern, Fotografen, schreibenden Journalisten und Datenspezialisten zusammenzustellen.  Der Anspruch ist hoch: "Wir wollen Teil der öffentlichen Debatte sein," sagt Schwörbel.

Alpha-Journalisten trommeln für Krautreporter

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Krautreporter glauben weiter an ihr werbefreies Web-Magazin

von Katharina Hannen

Aus dem Crowdfunding-Portal "Krautreporter" für journalistische Einzelprojekte soll ein veritables, täglich aktualisiertes Online-Magazin werden, das komplett von seinen Lesern finanziert wird. Die Initiatoren des Web-Magazins hoffen, dass sie bis zum Ablauf der Frist in drei Tagen das notwendige Geld für ihr Internet-Projekt zusammenbekommen.

"Wir geben die Hoffnung nicht auf", so Herausgeber Sebastian Esser gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Im Internet war bereits von einem Scheitern des Vorhabens die Rede, über freiwillige Zahlungen von Nutzern innerhalb eines Monats 900.000 Euro für den Start des Magazins zu sammeln. Bis Dienstag habe "Krautreporter Zusagen über mehr als 500.000 Euro von 8500 Unterstützern erhalten.

Esser äußerte sich zuversichtlich, noch in letzter Minute das notwendige Geld zu sammeln. In den vergangenen Tagen sei es wieder mit den Zusagen aufwärts gegangen. Eine Gruppe von rund 30 Autoren, darunter Journalisten wie Stefan Niggemeier, Richard Gutjahr und Thomas Wiegold, wollen in dem Internet-Magazin Reportagen und Hintergrundberichte werbefrei ins Netz stellen. "Krautreporter" soll sich über Beiträge von Lesern finanzieren. Die Texte sind frei verfügbar. Die Abonnenten, die fünf Euro im Monat bezahlen, haben darüber hinaus Zugang zur Kommentarfunktion, zu tiefergehenden Rechercheergebnissen oder zusätzlichen Videos und Interviews.

Kommt das notwendige Geld zusammen, soll es in München und Berlin je eine Redaktionszelle geben, auch Dokumentation und Fotoredaktion sind geplant. Gegen eine feste Pauschale schreiben die Autoren eine Geschichte pro Woche und liefern jährlich eine längere Recherche.

Unabhängiger Journalismus, gute Recherche, eigene Meinungen - im Video beschreiben die "Krautreporter"-Autoren das Projekt:

kh/dpa

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