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Trotz Sparkurs und Gehaltsverzicht:Die "FR" muss Insolvenz anmelden.
Trotz Sparkurs und Gehaltsverzicht:Die "FR" muss Insolvenz anmelden. © Foto:Frank Zimmer

M.DuMont Schauberg | | von Gregory Lipinski

Aus für die "Frankfurter Rundschau"

Die zu M.DuMont Schauberg (MDS) gehörende "Frankfurter Rundschau" steht vor dem Aus. Die Geschäftsführung der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main (Frankfurter Rundschau) hat an diesem Dienstag beim Amtsgericht Frankfurt Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Frank Schmitt bestellt worden. Derzeit werde die aktuelle Vermögenslage der Gesellschaft eingesehen und geprüft, sowie mögliche Sanierungsansätze besprochen, heißt es vom Verlag.

Massive Umsatzverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft in der ersten Hälfte des laufenden Jahres, seien der Grund für den Antrag. Man habe keine Chance mehr auf ein "Verlassen der Verlustzone" und keine Perspektive zur Fortführung der Tageszeitung mehr gesehen.

Die Hauptgesellschafter M. DuMont Schauberg (MDS) und Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) lobten zwar den Sparwillen der Redaktion:  "Es ist in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz sowohl der Geschäftsführung in Frankfurt als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen, ehrgeizige Kostenziele zu erreichen." Aber dennoch wären die Einbrüche im Anzeigen- und Druckmarkt zu groß gewesen. Man habe als Hauptgesellschafter in den vergangenen acht Jahren einen beachtlichen Millionenbetrag in das Verlagshaus investiert. Und auch die Mitarbeiter der "Frankfurter Rundschau" hätten durch Gehaltsverzicht ihren Beitrag geleistet, um die Zeitung zu retten. "Unser Ziel war es, der deutschen  Medienlandschaft eine aus unserer Sicht unverzichtbare Stimme zu erhalten". Große Gewinne habe man nie erwartet. Aber die hohen Verluste seien dennoch "nicht länger darstellbar". Es sei nun bitter für die Mitarbeiter, besonders weil es auch gelungen wäre, über das Tabloid-Format und die App neue junge Zielgruppen zu gewinnen.

Um 14.30 Uhr waren am Dienstagnachmittag die Führungskräfte über das weitere Schicksal der Zeitung informiert worden, anschließend die Mitarbeiter. Die Geschäftsführung der "FR" will nun offenbar mit dem vom Gericht eingesetzten Sachwalter ein Konzept entwickeln, um den Titel weiter zu führen. Fraglich ist allerdings, was dann aus der Zeitung wird: Überlebt das Blatt weiter in Digitalform oder wird sie am Ende komplett eingestellt?

Mit der Insolvenz steht eine Ikone des deutschen Journalismus vor dem Ende. Die Zeitung hatte in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Maßnahmen versucht, aus der Verlustzone zu steuern. Dafür nahm sie gravierende Veränderungen in Kauf. Sie änderte ihr Format auf Tabloid, um mehr Leser zu gewinnen. 2010 bildet sie mit der "Berliner Zeitung", dem "Kölner-Stadt-Anzeiger" eine Redaktionsgemeinschaft, um aus der finanziellen Misere zu kommen. Nichts von alledem half gegen den weiter schleichenden Untergang der überregionalen Tageszeitung. gl/aj

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Nach "FR"-Verkauf ist DuMont-Tochter fürs Digitale insolvent

von Petra Schwegler

Nach dem Verkauf der "Frankfurter Rundschau" (FR) an die "FAZ" ist nun auch die DuMont Digitale Redaktion GmbH in Frankfurt insolvent. Die Redaktion gestaltet bislang die Onlineauftritte und Apps von "FR" und "Berliner Zeitung". Betroffen seien 23 Mitarbeiter, teilt das Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS mit. Der Insolvenzantrag ist am Dienstag in Frankfurt am Main gestellt worden, die Redaktion ist informiert. Das Team steht auch hinter der preisgekrönten iPad-App der "FR", die lange Zeit als Vorbild für andere Digitalofferten gegolten hat.

Den Eigentümern sei bewusst, wie bitter der Schritt für die Betroffenen sei, so Björn Schmidt, Geschäftsführer Digitale Redaktion: "Nicht von ungefähr wurde die von ihnen produzierte App der FR mit internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet." Wo und vom wem der Onlineauftritt und die App der "Berliner Zeitung" künftig gemacht werden – das ist offen.

Bei MDS erscheinen "Kölner Stadt-Anzeiger", "Berliner Zeitung", "Mitteldeutsche Zeitung", "Kölnische Rundschau", "Express", "Hamburger Morgenpost" und "Berliner Kurier". Die "Frankfurter Rundschau", die MDS und der SPD-Medienholding ddvg gehörte, war im vergangenen Jahr insolvent gegangen. Sie wurde von der Frankfurter Societät GmbH und der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" GmbH übernommen. Die Berliner Verlag GmbH, die zu MDS gehört, und die insolvente Druck- und Verlagshaus Frankfurt a. M. GmbH DUV sind Hauptgesellschafter der DuMont Digitale Redaktion GmbH.

ps/dpa

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben