Digitale Medien

Der Konzernumsatz von Axel Springer belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 3.112,1 Mio. Euro nach 3.180,7 Mio. Euro im Vorjahr. Hier wirkten sich vor allem Konsolidierungseffekte aus der Veräußerung der @Leisure-Gruppe zur Jahresmitte 2019, von aufeminin (in Deutschland gofeminin) ab April 2018 sowie der Printaktivitäten in der Slowakei ab Juli 2018 aus. Organisch blieb der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mit plus 0,1 Prozent stabil. Organisch sank das bereinigte EBITDA um 11,0 Prozent.

Investitionen und Partnerschaft mit KKR

Im Geschäftsjahr 2019 investierte Axel Springer in bestehende Aktivitäten und in ergänzende Akquisitionen. So baute StepStone in der ersten Jahreshälfte sein Portfolio mit den Zukäufen von Studydrive, PersonalMarkt Services und dem US-Unternehmen Appcast aus. Die AVIV-Group verstärkte sich als einer der führenden Anbieter von Immobilienanzeigen in Europa mit dem auf Makler ausgerichteten französischen Unternehmen MeilleursAgents. Darüber hinaus erwarb die AVIV-Group alle Minderheitsanteile der Immowelt-Gruppe und ist nun alleiniger Eigentümer. 

Entwicklung der größten Bereichseinheiten

Entwicklung der größten Bereichseinheiten

Das Segment News Media erweiterte seine Kompetenzen im Bereich Paid-Content-Technologie durch den Erwerb von CeleraOne. Bei den journalistischen Angeboten wird Axel Springer inden nächsten drei Jahren 100 Millionen Euro in digitale Wachstumsprojekte bei Bild und Welt investieren. Der Fokus liegt dabei auf Live-Berichterstattung, Paid Content und Sport. International investiert Axel Springer unter anderem in das weitere Wachstum von Insider Inc. und Upday.

Das im Juni 2019 angekündigte öffentliche Übernahmeangebot von KKR wurde im Dezember 2019 nach Eintritt sämtlicher Vollzugsbedingungen abgeschlossen. KKR hält nunmehr 45,0 Prozent der Aktien der Axel Springer SE (Stand: Februar 2020).

Entwicklung Classifieds Media

Im Geschäftsergebnis des Segments Classifieds Media schlugen sich 2019 sowohl Konsolidierungseffekte als auch das herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld nieder, so der Konzern. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Umsatzerlöse mit 1.213,8 Mio. Euro stabil (Vj.: EUR 1.212,5 Mio.). Organisch steigerte Classifieds Media den Umsatz um 3,0 Prozent. Die Erlöse von StepStone legten dabei organisch um 2,7 Prozent zu. Die in der AVIV Group zusammengefassten Aktivitäten verbesserten den organischen Umsatz um 2,8 Prozent.

Classifieds Media

Entwicklung News Media

Im Segment News Media legte der digitale Anteil an den Umsatzerlösen von 38,5 Prozent im Vorjahr auf 42,8 Prozent zu. BILDplus und WELTplus steigerten die Zahl der digitalen Abonnenten auf insgesamt rund 568.000 (Vj.: 512.000). Auch entwickelten sich die digitalen Angebote von Insider Inc. und Upday positiv. Der Segmentumsatz verminderte sich durch marktbedingte Rückgänge im Printgeschäft sowie durch Konsolidierungseffekte um 4,4 Prozent auf 1.430,9 Mio. Euro (Vj.: EUR 1.496,2 Mio.). Organisch gingen die Erlöse um 3,9 Prozent zurück.

News Media

Das bereinigte EBITDA blieb mit 138,5 Mio. Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahres (EUR 228,2 Mio.). Neben der rückläufigen Umsatzentwicklung im Printgeschäft schlugen sich hier vor allem Rückstellungen für die Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich News Media National nieder. 

Entwicklung Marketing Media

Das Segment Marketing Media steigerte den Umsatz leicht um 0,8 Prozent auf 421,5 Mio. Euro (Vj.: EUR 418,3 Mio.). Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte legte der Umsatz um 9,3 Prozent zu. Hierzu trugen unter anderem spürbare Zuwächse bei Idealo und Awin bei.

Marketing Media

Das bereinigte EBITDA-Ergebnis stieg deutlich um 20,3 Prozent auf 107,8 Mio. Euro (Vj.: EUR 89,6 Mio.). Organisch legte das EBITDA um 26,1 Prozent zu. Marketing Media verbesserte die bereinigte EBITDA-Rendite damit von 21,4 Prozent im Vorjahr auf 25,6 Prozent. Das bereinigte EBIT im Segment Marketing Media stieg um 26,1 Prozent von 66,0 Mio. Euro auf 83,3 Mio. Euro. Organisch belief sich das Wachstum auf 34,4 Prozent.

2020 Konzernumsatz auf Vorjahresniveau erwartet

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet Axel Springer im Konzern mit einer Entwicklung der Umsatzerlöse auf dem Niveau des Vorjahres. Für das bereinigte EBITDA geht das Unternehmen aufgrund erhöhter Investitionen in zukünftiges Wachstum von einem Rückgang im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich aus. Für das bereinigte EBIT erwartet Axel Springer aufgrund erhöhter Abschreibungen einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Die Umsatzerlöse im Segment Classifieds Media werden voraussichtlich ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zeigen. Konsolidierungseffekten insbesondere aus der Erstkonsolidierung von Appcast ab Juli 2019 und MeilleursAgents ab Oktober 2019 steht in erster Linie der Entkonsolidierungseffekt bedingt durch den Verkauf der @Leisure-Gruppe ab Juni 2019 entgegen.

Für das bereinigte EBITDA wird aufgrund von erhöhten Investitionen in zukünftiges Wachstum mit einem Rückgang im hohen zweistelligen Prozentbereich gerechnet. Beim bereinigten EBIT rechnet Axel Springer aufgrund erhöhter Abschreibungen mit einem Ergebnis deutlich unter Vorjahr.

Im Segment News Media geht der Konzern für das Geschäftsjahr 2020 überwiegend marktbedingt von einem Rückgang der Umsatzerlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Beim bereinigten EBITDA erwartet Axel Springer einen Wert auf dem Vorjahresniveau, wohingegen das Unternehmen beim bereinigten EBIT aufgrund erhöhter Abschreibungen von einem Rückgang im mittleren einstelligenProzentbereich ausgeht.

Im Segment Marketing Media rechnet Axel Springer mit einem Anstieg der Umsatzerlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim bereinigten EBITDA sollte die Entwicklung auf Vorjahresniveau liegen. Beim bereinigten EBIT geht der Konzern von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.

Für das Segment Services/Holding wird ein Rückgang der Erlöse im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für das bereinigte EBITDA rechnet Axel Springer mit einer Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres. Beim bereinigten EBIT geht der Konzern von einem Anstieg (Verbesserung) im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

dpa


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W&V Redaktion
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