Junge Zielgruppen:
Disney kauft Youtube-Helden der Maker Studios
Disney kauft sich für 500 Millionen Dollar den Youtube-Film-Spezialisten Maker Studios. Disney würde für junge moderne Internet-Nutzer noch tiefer in die Tasche greifen ...
Disney wildert im Online-Geschäft. Der Medienriese kauft sich für 500 Millionen Dollar den Youtube-Film-Spezialisten Maker Studios. Disney würde sogar noch tiefer in die Tasche greifen, allerdings nur, wenn Maker Studios gewisse Erfolgsmaßgaben erfüllt: 450 Millionen Dollar Anreiz hat der Unterhaltungsriesedafür ausgelobt. Die Maker Studios, gegründet 2009, betreiben auf Youtube 55.000 Kanäle mit 380 Millionen überwiegend jungen Nutzern. Die Entertainment-Clips kommen nach eigenen Angaben auf 5,5 Milliarden Abrufe pro Monat. Im April wird das Unternehmen beim ersten Online-Video-Gipfel der TV-Messe Mip in Cannes zugegen sein.
Was hat Disney vor? Der Konzern wolle zum einen auf die Kompetenz des Videodienstes zurückgreifen, um seine eigenen Inhalte online zu bringen, erklärt Strategie-Manager Kevin Mayer dem "Wall Street Journal". Gleichzeitig will der Unterhaltungskonzern auch vom Online-Knowhow der Maker Studios profitieren. Man wolle sehen, ob Formate und Stars aus der Online-Videoszene in sein eigenes Programm passen. 950 Millionen Dollar ist eine Rekordsumme für das Business. Der Filmkonzern und Disney-Konkurrent Dreamworks hatte im vergangenen Jahr für den Maker-Konkurrenten Awesomeness TV 33 Millionen Dollar fix gezahlt und 117 Millionen Erfolgsprämie in Aussicht gestellt. Das Hollywood-Studio Warner Bros. stieg mit einem kleinen Betrag bei dem auf Computerspiele spezialisierten Online-Videokanal Machinima ein. Auch die RTL-Familie hat sich den Zugang zu Online-Videos gesichert – über eine Kooperation mit dem Mediennetzwerk Vice. Ein Joint-venture soll nun Inhalte entwickeln, die bei Erfolg im Web ins TV gespült werden.
Maker Studios betreibt unter anderem den Maker-Music-Kanal mit verschiedenen Video-Kolumnen. So lassen sich Moderatoren von Passanten Liedtexte interpretieren oder führen indiskrete Interviews mit Fans von Stars wie Beyonce oder Justin Bieber. Bleibt abzuwarten, ob das dem Saubermann-Image von Disney so zuträglich ist. Daneben tritt das Label auch als Agentur auf und produziert Werbefilme, gerne auch für Hollywood-Studios.
Ein Show-Beispiel:
dpa/aj