VPRT-Marktprognose:
Fernsehmarkt wächst, aber Online-Bewegtbild wächst schneller
Noch ist die TV-Branche im Plus, aber der Online-Bewegtbildmarkt hat weitaus stärkere Wachstumszahlen. Auch der Pay-TV-Markt und Video-on-Demand weisen zweistellige Wachstumszahlen auf.
Ruhige Zeiten für das deutsche Fernsehen: Die Werbeumsätze im Fernsehen werden 2014 zwar nicht satt, aber dafür moderat steigen. Das hat der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) in seiner alljährlichen Marktprognose zu den Medientagen München ermittelt, die am Mittwoch beginnen. Aber der Trend aus den USA macht sich auch hierzulande bemerkbar: Der Fernsehwerbung macht die zunehmenden Online-Streaming-Werbung Budget streitig. Viele US-Werbungtreibende verlagern zunehmend die Etats zu Youtube und Co.
Die Zahlen im Einzelnen: Für die Fernsehwerbung erwartet der VPRT 2014 ein Netto-Wachstum von etwa 2,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro (zum Vergleich 2013 waren es 2,2 Prozent Wachtsum). Damit bleibt das Fernsehen der mit Abstand stärkste Umsatzträger im deutschen Werbemarkt, so der Verband des Privatfernsehens. Deutlicher ist der Bereich der Online-Videowerbung (Instream-Videowerbung): Hier wird ein Anstieg um etwa 22 Prozent auf 244 Millionen Euro prognostiziert.
Moderat wird es bei der Radiowerbung: Hier rechnet der VPRT mit einem Netto-Umsatzplus von etwa 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 750 Millionen Euro (2013 waren es noch 3,7 Prozent). Die Netto-Werbeumsätze Online/Mobile-Display sollen nach der VPRT-Prognose 2014 um sechs Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro wachsen. Für Teleshopping wird mit einem Zuwachs von etwa vier Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gerechnet. Im Pay-TV wird zum Jahresende ein Wachstum von etwa 12 Prozent prognostiziert, für den Paid-Video-on-Demand-Markt von etwa 18 Prozent. Damit wächst der Pay-TV- und Paid-VoD-Markt insgesamt auf einen jährlichen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro.
Für die Jahre 2015 bis 2020 erwarten die für die VPRT-Prognose befragten Experten einen anhaltenden Audio- und Bewegtbildboom über alle Plattformen, fortschreitende Fragmentierung, weitere Markteintritte und eine zunehmenden Wettbewerbs- und Innovationsdruck.