Funke Gruppe | | von Judith Pfannenmüller

Funke holt Joachim Liebler nach Essen

Kaum hat die Funke Gruppe die bevorstehende Demission ihres Geschäftsführers Christian Nienhaus offiziell bestätigt, stehen in Essen bereits neue Personalmeldungen an. Die Zeitungsgruppe hat offenbar den Zeitungsmanager Joachim Liebler verpflichtet. Dies erfuhr W&V aus Verlagskreisen.

Der 49-jährige Liebler soll sich um die NRW-Regionalzeitungen der Gruppe kümmern (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfälische Rundschau, Neue Ruhr/Neue Rheinzeitung, Westfalenpost)  Die NRW-Zeitungen sind in einem desolaten Zustand: Im vergangenen Jahr hatte Funke beispielsweise die komplette Redaktion der "Westfälischen Rundschau" geschlossen. Die Dortmunder Traditionszeitung wird seither mit den Inhalten anderer Blätter gefüllt.

Liebler ist offenbar noch von Christian Nienhaus verpflichtet worden und habe als rechte Hand in dessen Regionalzeitungsressort einziehen sollen, heißt es. Ausgerechnet der Tag, an dem das "Handelsblatt" Nienhaus' Demission bekannt gemacht hatte, war Lieblers erster Arbeitstag in Essen gewesen. Offiziell will Funke die Personalie noch nicht bestätigen.

Offizieller Nachfolger von Christian Nienhaus dürfte Liebler nach dessen Abgang aber dennoch nicht werden. Der ehemalige Tagesspiegel- und Handelsblatt-Geschäftsführer dürfte sich wohl eher in das Zeitungsboard der Gruppe einreihen, dem auch die Regionalzeitungsmanager Harald Wahls (Braunschweiger Zeitung), Inga Scholz (Zeitungsgruppe Thüringen), Frank Mahlberg (Hamburger Abendblatt) sowie Klemens Berktold (Druck) angehören. Das Board wurde mit Bekanntwerden von Nienhaus Abgang spontan eingerichtet, um keine Führungslosigkeit im Haus entstehen zu lassen. In Verlagskreisen wird damit gerechnet, dass Nienhaus die Funke-Gruppe schon in den kommenden zwei bis drei Wochen verlassen wird.

Liebler hatte im vergangenen Jahr bei Axel Springer als freier Projektleiter gearbeitet. Er war in Berlin und Hamburg in die Umstrukturierung von Medienmarken sowohl der blauen als auch der roten Gruppe involviert und war zuletzt wohl auch in Projekte rund um den Springer-Funke-Deal involviert.

Mehr zu den Hintergründen von Nienhaus‘ Abgang bei Funke und die Suche nach einem Nachfolger lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V. Abo?

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